fiene & das digitale quartett #61

Wir senden wieder – von 21 bis 22 Uhr live auf YouTube. Es gibt eine neue Ausgabe von unserer kleinen Internet-Talkshow. Heute tauschen sich Franziska Bluhm, Thomas Knüwer, Richard Gutjahr und ich uns über die Themen aus, die ihr uns unter dem Twitter-Hashtag #Quartett reinreicht. Viel Spass!

Update 22:00 Uhr: Danke für’s mitmachen! Wir haben erst über die Spendenbereitschaft im Netz, über das diskutierte Aus von Google+, den falschen Jugendwahn bei Facebook und dann noch über singende deutsche in einer texanischen Bar geredet.

fiene & was bisher geschah (15/2014)

Zunächst eine kleine Vorschau: Am Mittwoch findet der nächste Twittwoch hier in Düsseldorf statt. André hat schon viel organisiert und ich helfe ihm wieder bei der Web-Begleitung und der Moderation des Abends. Gerade konnten wir noch einmal 30 kostenlose Tickets ergänzen. Wir haben dann die Gelegenheit u.A. die Gesichter hinter den Twitter-Accounts @videopunk und @ufomedia kennenzulernen. Ich würde mich freuen, wenn ihr kommt und Hallo sagt! Bei der Sendung mit dem Internet gibt es alle Infos und die Möglichkeit, sich auf die Gästeliste setzen zu lassen. Pro-Tipp, wie ihr an die Tickets kommt: Wenn gerade keine verfügbar sind, könnt ihr euch auf eine Warteliste setzen lassen. Sollten kurzfristig Tickets zurückgegeben werden (das ist normal), habt ihr die Gelegenheit nachzurücken.

Ich kann mich an keine Woche erinnern, in der ich so viele Passwörter geändert habe. Erst die Sache mit den Mail-Accounts, dann der Skandal rund um Heartbleed. Mir hat gefallen, wie Mashable die wichtigsten US-Webseiten angefragt hat, ob deren Kunden ihre Passwörter ändern sollten. In Deutschland fehlte mir eine umfassende Liste.  Wir haben deswegen bei den wichtigsten deutschen Webseiten nachgefragt und herausgekommen ist diese Liste:  Telekom, GMX.de, 1&1 und Freenet empfehlen Passwort-Wechsel. (Zugegeben: Bei Google habe ich zwar die 2-Faktor-Authentifizierung eingeschaltet, ansonsten viele Passwörter gewechselt, aber 1Password & Konsorten habe ich noch nicht ausprobiert. Sollte ich mal machen.)

Es gab auch ordentlich Radio auf die Ohren: In der Sendung mit dem Internet haben wir zum Beispiel die sehr lohnenswerte offizielle Webseite der Quadriennale empfohlen, die seit dem vergangenen Wochenende hier in Düsseldorf stattfindet. In Was mit Medien bei DRadioWissen haben wir uns mit Roboterjournalismus beschäftigt. Textautomation ist ganz schön abgefahren. Daneben haben wir auch noch mal Tame vorgestellt. Dieses Twitter-Tool ist für Journalisten wirklich praktisch – ich probiere gerade aus, ob es in meinen täglichen Workflow passt.

Und dann war letzte Woche noch Abgabe meiner Bewertungen für den Grimme-Online-Award. Hunderte Webseiten und Apps mussten wir jeweils bewerten. Heute und morgen findet die Sitzung der Nominierungskommission statt. Was mich in der Zwischenzeit beschäftigt: Wie gehe ich eigentlich mit mobilen Apps um, die nur für das Smartphone, aber nicht für Tablet optimiert sind? Darf man sich das im Jahr 2014 überhaupt noch leisten?

 

 

 

fiene & was bisher geschah (14/2014)

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Was für eine Woche! So einen Job-Wechsel gibt es halt nicht alle Tage.

Am Montag gab es in der “Sendung mit dem Internet” Besuch von André Paetzel, der uns von seinem Besuch des Düsseldorfer Videocamps berichtete. Ich habe es leider wieder nicht zum Videocamp geschafft. Ich selbst habe in der Sendung noch ganz viel von meinem Besuch bei der South-by-Southwest in Texas erzählt. Hört es euch doch noch mal an.

Am Dienstag war nicht nur ein neuer Monat, sondern auch der erste April: Für mich ging es bei RP Online los. Ich muß sagen, dass die neuen Kollegen mich unheimlich freundlich aufgenommen haben. Schon nach fünf Minuten war die Aufregung verflogen. Auch auf der Facebook-Seite von RP Digital bin ich nett willkommen geheißen worden. Das Foto stammt von dort und ist vom Redaktionsleiter Oliver Havlat aufgenommen worden. Mein Tipp: Drückt doch auf “Gefällt mir” auf der Facebook-Seite; das gibt viele gute Karma-Punkte. (Wenn du gerade nicht ganz mitkommst: Über meinen Wechsel innerhalb der Firmengruppe habe ich vor ein paar Tagen schon gebloggt.)

Mein erster Text bei RP Online dreht sich um die in dieser Woche offiziell gestartete Deutsche Digitale Bibliothek. Leider ein Verriss. An für sich ist die Suchmaschine für deutsche Kultur beeindruckend. Leider haben die Verantwortlichen zum Start die Messlatte zu hoch gehängt. Hätten sie ehrlich zugegeben, dass dieses Projekt sich dann doch primär an Wissenschaftler und Experten richtet, wäre das Fazit anders ausgefallen. Aber für Nicht-Museumsgänger und als Werkzeug, um junge Leute zu begeistern, eignet sich die Webseite wirklich nicht.

In der ersten Woche hat unsere crossmediale Idee auch schon ganz gut gegriffen: Als der Datenraub von 18 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörtern rauskam, habe ich erst morgens im Radio drüber gesprochen, für online etwas geschrieben und dann sogar auch noch ein Stück für die Zeitung fertig gemacht. Interessanterweise bot es sich an, in allen drei Medien die Form von Fragen & Antworten zu behalten.

Darauf bin ich etwas stolz: Am Donnerstag haben wir in Was mit Medien bei DRadioWissen schon ganz richtig das Ende der Samstagsabenshow ausgerufen. Jens Schröder hat mit uns eine spannende Reise durch die Quotenvergangenheit der Sendung genommen. Brüssel-Korrespondent Christian Feld hat uns Tipp über eine bessere EU-Berichterstattung gegeben und Christian Jakubetz hat uns Universalcode 2 vorgestellt. Für das neue Journalismus-Lehrbuch läuft aktuell eine Crowdfunding-Aktion, die ich euch empfehlen möchte.

Am Samstag war Endlich Samstag! Herr Pähler und ich haben mit einem Piloten gesprochen und uns die Faszination seines Berufes erklären lassen, mit Bosse dachten wir an den Todestag von  Kurt Cobain und ein Mimik-Leser hat uns das kleine Interview-Fiasko von Jürgen Klopp im ZDF-Sportstudio analysiert (leider kein Artikel).

Ansonsten habe ich mich sehr, sehr, sehr viele Webseiten angeschaut und bewertet. Die Bewertungsarbeit der Nominierungskommission des Grimme-Online-Awards läuft noch ein paar Tage.

Ach ja, und dann war dann ja auch noch “Wetten, dass..?”. Es war (überraschend) eine gute Sendung. Als alle Promis auf den Trampolin-Geräten hüpften, schien die Qual des Quotenverfalls für einen Moment vergessen. Dann der Hammer in der Verabschiedung von Markus Lanz. Bis zum Jahresende gibt es nur noch drei Ausgaben von “Wetten, dass..?” — dann ist Schluss.  Zum Ende der Show habe ich dem Schweizer Tages-Anzeiger ein Interview gegeben. Die Überschrift: “Der glücklichste Moment seit langem” — das passt irgendwie auch zu meiner Woche.

fiene & ein neuer job

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Online-Journalist? Radio-Journalist? TV-Journalist? Hoodie-Journalist? Wir reden auf Konferenzen und in unseren Blogs gerne von Crossmedialität, aber die Realität sieht oft anders aus. Wir haben unser Stammmedium und betreuen höchstens Online nebenbei ein bisschen mit. Wir reden davon, ein Thema zu recherchieren und dann für verschiedene Medien aufzubereiten. Doch die Rahmenbedingungen ermöglichen das meist nicht. Ich möchte das jetzt ändern.

Ich freue mich von daher sehr, dass ich ab April eine neue Aufgabe in der Firmengruppe meines Senders wahrnehmen kann: Ich werde Redakteur mit dem Schwerpunkt “Digital” bei RP ONLINE.

Ihr hört mich weiterhin morgens mit meiner Netz-Kolumne bei Antenne Düsseldorf, montags in der Sendung mit dem Internet, könnt aber künftig auch viele Texte bei RP ONLINE lesen. Der Plan ist auch, im Laufe des Jahres eine “Sendung mit dem Internet” beim lokalen TV-Sender Center.tv zu starten. Online, Radio und etwas TV aus dem Hause einer Traditionszeitung. Das ist doch mal was. Ich freue mich auf diese Herausforderung.

Ich freue mich auch darauf, viele Themen recherchieren und dann in den einzelnen Kanälen passend umsetzen zu können. Ich habe da schon die eine oder andere Idee im Gepäck. Auch kann ich mich dann stärker um die spannende Digital-Szene hier in Düsseldorf kümmern.

Natürlich geht dann eine sehr schöne Episode als Radio-Redakteur für mich zu Ende: Seit 2006 bin ich bei Antenne Düsseldorf – nach meinem Volontariat bin ich seit 2009 Redakteur gewesen und habe die Nachmittags-Sendung und die Sendung mit dem Internet moderiert. Dazu habe ich die Online-Aktivitäten des Sender koordiniert. Letzteres bleibt aber bei meinen Aufgaben. Mit dem tollen Antenne-Team haben wir in den letzten Jahren extrem viel erreicht: Antenne ist ein noch stärkerer Marktführer geworden und wenn ich mit den Menschen in der Stadt gesprochen habe, haben sie zuletzt immer wieder betont, welch unverzichtbare Info-Quelle der Sender für sie ist. Das macht mich stolz, zeigt aber auch, es ist Zeit für etwas Neues.

Bei DRadioWissen könnt ihr mich natürlich weiter bei “Was mit Medien” und “Endlich Samstag” hören.

Was ich dann bin? Online-Journalist? Radio-Journalist? Einfach Journalist. So simpel kann Zukunft sein.

fiene & tickets für den düsseldorfer twittwoch 2014

Nach der ersten Ankündigung für den Twittwoch am 16. April habe ich heute ein Update für euch: Ab sofort könnt ihr die kostenlosen Tickets für den Twittwoch buchen. Ich freue mich, euch zu sehen!

fiene & how i met seattle (inklusive fienes fünf reisetipps)

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Die letzten Tage habe ich in Seattle verbracht — zum ersten Mal! Eine wirklich sehr schöne Stadt. Ich habe euch ein paar Orte mitgebracht, die ihr bei eurem nächsten Seattle-Besuch auf jeden Fall auf eure Zu-Besuchen-Liste packen könnt. Abseits von der Space Needle und was sonst so zum Pflichtprogramm gehört.

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1.) Krispy Kreme Doughnuts

Wenn ihr Pike und Pine Street genug auf uns ab gelaufen seid, lohnt sich ein Abstecher zu Krispy Kreme Doughnuts (1900 1st Ave S (at S Holgate St)). Hier gibt es die besten Doughnuts der Stadt, wie ich hörte. Tatsächlich: Ihr könnt nicht nur bei der Produktion zu schauen, ich empfehle die Original Glazed Doughnuts. Die klassische Variante reicht und schmeckt frisch am Besten.

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2.) Original Starbucks

Wenn ihr schon am Pike Place seid, schaut auch im ersten Starbucks (102 Pike St) vorbei, der noch im alten Stil erhalten ist. Das ist zwar nicht der erste Starbucks, aber die erste Filiale, die auch Kaffee zubereitete und ausschenkte. Statt grün ist hier alles braun gehalten; ausgestattet mit dem Logo der Gründungszeit. Hier gibt es auch Tassen und eine Kaffeemischung, die es in den anderen Filialen nicht gibt. Während letzteres etwas teuer ist, sind die Tassen wirklich cool. Sollte man mal gesehen haben!

3.) Restaurant “Joule” in Wallingford

Das Joule (3506 Stone Way N) ist gerade einer dieser Orte, an denen man Wochen im Voraus einen Tisch reservieren muss. Ulrike und ihr Mann haben das zum Glück getan, als sie mir das Restaurant zeigten. Zu recht: Die französisch-koreanische Küche ist nicht nur sehr angesagt, sondern auch sehr lecker. Die Karte ist  übersichtlich, aber trotzdem für jeden was dabei. Mein Tipp: Sucht euch mehrere Gerichte aus und teilt die gemeinsam.

4.)  Slate Coffee Bar & Bluebird Ice-Cream

Seattle gilt nicht nur als Geburtsstätte von Starbucks, hier gibt es auch viele kleinere Coffeehouses. Wenn ihr im gemütlichen Samstags-Modus seid, empfehle ich euch einen Abstecher in die Slate Coffee Bar (5413 6th Ave NW (6th and NW Market St.)). Hier gibt es nicht viel Platz, aber der Kaffee ist vorzüglich. Und darf es noch Nachtisch sein? Darauf hat mich Sarah hingewiesen: Schaut bei Bluebird Ice-Cream (1205 E Pike St (13th)) vorbei!

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5.) Proletariat Pizza

Nun ja, der Name dieser Pizzeria ist Programm. Proletariat Pizza (9622-A 16th Ave SW) ist sowohl von der Nachbarschaft, als auch von der Inneneinrichtung ziemlich abgerockt. Münsteraner würden das Personal abends im Gleis 22 erwarten. Die Pizza aber ist vorzüglich — und so amerikanisch. Wie sagte es Richard? Sie muss fettig, triefend und schwer essbar sein. So ist Proletariat Pizza. Mein Tipp: Die Potato Pizza. Wo wir schon West Seattle sind — hier lohnt sich ein Blick in das echt gut hyperlokale Newsblog westseattleblog.com.

P.S.: Bei meinem Besuch hat es in Seattle gzt geregnet. Die Stadt hat ihrem Image alle Ehre gemacht. Aber ich habe gelernt: Dies sei gar nicht so, sondern soll nur so den Kalifornien erzählt werden, damit die nicht auf die Idee kommen an die nördliche Westküste zu ziehen.

Wenn ich das nächste Mal wieder nach Seattle komme, werde ich mir die Nachbarschaften Capitol Hill und Ballard auf jeden Fall noch mal näher anschauen und ablaufen.

Einen Tipp für einen verregneten Tag habe ich noch: Das Living Computer Museum (2245 1st Ave S) ist sehr gut. Ihr könnt eure eigenen Lochkarten erstellen und ich habe noch mal Tetris auf Windows 3.1, sowie Lemminge auf dem Amiga gespielt. Hier bekommt ihr innerhalb von einer Stunde einen schönen Rückblick auf die Anfänge des Computers und könnt noch mal die ersten eigenen Computer sehen und in einigen Fällen sogar ausprobieren. Tipp: Mit einem Foursquare-Checkin gibt es 50% Nachlass.

 

fiene & reisetagebuch (1): zu besuch bei microsoft

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Ich bin gerade auf einer kleinen Reise durch die USA — eingeplant sind einige Zwischenstopps um einen Blick hinter die Kulissen bei einigen Playern der Tech-Szene  zu bekommen. Eine Bildungsreise. Die letzten zwei Tage habe ich in Seattle in der Microsoft Zentrale verbracht. Richard, Ulrike und ich haben einen großen Einblick bekommen. Ungewöhnlich offen für ein US-Tech-Unternehmen. Die Ergebnisse der kleinen Reise werdet ihr in den nächsten Wochen in unseren regulären Ausspielwegen bestimmt mitbekommen.

Für meine Reise habe ich mir vorgenommen, hier in meinem Blog ein akustisches Reisetagebuch für euch festzuhalten. Richard und ich haben uns hingesetzt, um euch unsere frischen Eindrücke zu schildern.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Wenn Richard seinen Blogtext online hat, werde ich den an dieser Stelle natürlich auch verlinken.

Direkte MP3 – RSS-Feed folgt

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Richard und ich am “Lake Bill” auf dem Microsoft-Campus in Redmond. Im Hintergrund seht ihr die ersten Microsoft-Häuser, auf diesem riesigen Areal.

fiene & thilo weichert, der whatsapp nicht versteht

Zur Übernahme von WhatsApp durch Facebook ist tatsächlich noch nicht alles gesagt. Jetzt hat sich Thilo Weichert gemeldet. Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein geriet in der Vergangenheit in die Schlagzeilen, als er den Facebook-Like-Button für gewerbliche Webseiten in seinem Bundesland verbot, diese Idee jedoch später durch ein Gerichtsentscheid wieder einkassieren musste.

Die DPA hat jetzt ein Radiointerview mit Thilo Weichert verbreitet, welches komplett oder in Auszügen deutschlandweit bei vielen privaten Radiostationen lief.

In seinem Kommentar zum Deal warnt er vor umfassenderen Profilen. (Wörtliches Transkript):

“Außerdem besteht die Gefahr, dass eben WhatsApp, das bisher als nicht-kommerzieller Dienst unterwegs war, eben jetzt ganz massiv kommerzialisiert ist. Das heißt, die Daten eben für kommerzielle Zwecke ausgebeutet werden.”

Weiter sagt er: “Facebook ist durch das amerikanische Recht nicht an  europäisch an deutsche Grundrechte, an das Grundrecht auf Datenschutz und das Telekommunikationsgeheimnis gebunden. Das nutzt dieser Anbieter dafür auf, Daten umfassend auszuwerten, Profile zu erstellen und kommerziell zu nutzen.”

Es mag Nutzer geben, die glauben, dass WhatsApp nicht-kommerziell sei, da es weder Werbung gibt, noch in einigen Fällen ein Kaufpreis zu bezahlen ist. WhatsApp ist aber kommerziell, schließlich wird es von einem Unternehmen betrieben und nicht von einer gemeinnützigen Vereinigung.  Wie kann einem Profi wie Weichert soetwas passieren? Entweder lebt er in seiner naiven Filterblase oder versucht einfach die Ängste von Nutzern zu bedienen. So oder so ist das für mich unprofessionell.

Ich kann nur ahnen, wie sehr sich Thilo Weichert mit den Dingen beschäftigt, über die er spricht. Ein Wunder, dass er anscheinend nichts von Jan Koums Auftritt in Deutschland im Januar mitbekommen hat. Die Aussagen des WhatsApp-Gründes sind von großen und kleinen Nachrichtenwebseiten zitiert worden. Dazu gehört, dass WhatsApp da sei, um eine Firma zu bauen, die lange besteht.

Wir brauchen in dieser spannenden Zeit gute Datenschützer. Deswegen wurmt es mich, dass Weichert ständig gegen die kommerzielle Nutzung von Daten wettert. Was ist daran schlimm? Es ist ja  nicht so, dass dies ein neues Geschäftsfeld der Internet-Firmen ist. Fragt einmal bei der deutschen Werbeindustrie nach. Oder in den Abo-Abteilungen von Verlagen.

Ex-Bundesdatenschützer Peter Schaar konnte mir erklären, warum er gegen zu umfassende Profile ist. Weil Dritte, wie Regierungen, ein Interesse haben, Zugriff auf diese Daten zu bekommen.

Und Weichert?

Weichert empfiehlt WhatsApp jetzt zu verlassen. “Man kann natürlich die alte SMS nuten, auch wenn sich dann gewisse Telekommunikationskosten verursachen.” Auf dem Papier sehen Threema und My Enigma sehr gut aus. “Wir haben jetzt da den Quellcode nicht überprüft, deswegen können wir jetzt keine feste Empfehlung geben.”

Im Digitalen Quartett haben wir gestern über die öffentliche WhatsApp-Diskussion gesprochen. Ein Punkt gefällt mir sehr gut: Die Deutschen scheinen sich —abseits von Hysterie und falschen Behauptungen— bewusst zu machen, dass sie ihre kompletten Daten nicht mehr in die Hände von einem Anbieter legen wollen. Hier wächst ein neues Bewusstsein. Ich denke, eine gesunde Mischung unterschiedlicher Dienste im digitalen Alltag ist in der Tat ein guter Ansatz.

Allemal besser als Ängste zu schüren, die nicht einmal ordentlich begründet werden.

fiene & mein gmail ist kaputt

Ein kleiner Frust-Text. Mein Gmail ist kaputt. Seit Jahren ist der E-Mail-Dienst von Google einer meiner wichtigsten täglichen digitalen Begleiter. Seit ein paar Monaten bin ich aber ernsthaft frustriert. Seit ein paar Wochen sogar extrem frustriert:

  • Es landet unheimlich viel Spam in meiner Inbox, den ich manuell verschieben muss.
  • Die Historie der Chats landet ebenfalls in der Inbox.
  • Wenn ich eine Mail verschickt habe, landet die Kopie ebenfalls in der Inbox. (Wofür gibt es den Sent-Ordner?)

Ich habe jetzt nicht gegooglet was ein Bug oder was ein Feature ist. Mich nervt es einfach nur. Ich bekomme schon viele E-Mails und will nicht ständig diese Elemente zusätzlich verschieben. Wenn ich auf “Configure Inbox” gehe, kann ich nur die Tabs einstellen, aber nicht das restliche Verhalten der Inbox (warum?). Wenn ich auf Settings gehe, erwartet mich mittlerweile ein abschreckender Wust an Einstellungsmöglickeiten. ich will kein Master-of-Mail an der Fernuni Hagen belegen müssen, um das in den Griff zu bekommen.

Google, go and fix your email!

Und, wie läuft es bei euch so?

 

fiene & die whatsapp-verrücktheit der deutschen

whatsappWillkommen im Land der extremen Nutzungsgewohnheiten. Warum haben in dieser Woche die deutschen Medien, aber auch viele Nutzer Schnappatmung nach Facebooks WhatsApp-Kauf bekommen? Selbst der gestrige temporäre Ausfall von WhatsApp hat direkt zu vielen Artikeln auf den Startseiten deutscher Narichtenportale geführt. Auch wenn es nur die Tatsache des Ausfalls zu berichten gab, und noch keine Hintergründe.

Als ich in dieser Woche den wunderbaren This Week in Google Podcast gehört habe, traute ich meinen Ohren nicht: Die Gastgeber haben den Facebook-Deal kommentiert, kannten sich aber überhaupt nicht mit WhatsApp aus. Sie hatten es mal installiert, aber inzwischen wieder runtergeschmissen. Lediglich Jeff Jarvis musste kürzlich in Davos die App nutzen, weil die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums die App in diesem Jahr auserkoren hatten, um sich untereinander mit heißen Party-Einladungen zu versorgen. Ansonsten glänzten die Gastgeber des Podcasts mit Unwissen: Wieso brauche ich meine Telefonnummer für den Dienst? Wie finde ich andere Leute? Wieso stehen schon Leute auf meiner Kontaktliste? In Deutschland könnte wahrscheinlich jeder diese Fragen beantworten. Das Unwissen will ich den TWIGlern nicht vorwerfen, es zeigt mir nur mal wieder eins: Wir Deutschen haben uns mal wieder auf ein Produkt versteift.

Tatsächlich: Vor einem Jahr lag der Marktanteil von Whatsapp bei 84% — nur  in Spanien war der höher. In den USA lag er bei 7%. Auch heute ist der Marktanteil von Messaging-Diensten weitweit extrem fragmentiert. In vielen Ländern spielen mehrere Apps eine wichtige Rolle. Bei uns scheint es nur Whatsapp zu geben.

Wie in vielen anderen Bereichen auch. Google hat einen Marktanteil von mehr als 90% — in den USA liegt der Marktanteil bei etwas mehr als 60%. Bei Streetview gab es zum Start in keinem anderen Land so einen Aufschrei, wie bei uns. Vor dem Deutschlandstart waren die Deutschen aber schon die größte Nutzergruppe außerhalb der USA. Wenn du durch eine US- U-Bahn gehst, kannst du auf den Smartphones Twitter, Instagram, Snapchat und andere Netzwerke entdecken. Wer diese Turnschuhforschung in einer deutschen U-Bahn unternimmt, wird neben WhatsApp in der Regel nur auf Facebook stoßen.

Mich würde einmal ernsthaft interessieren, warum dies so ist. Die zynische Antwort? Wer in Deutschland erfolgreich sein will, muss gleichzeitig gehasst werden. Die ernsthafte Antwort? Liegt es vielleicht daran, dass wir relativ wenig Deutsche sind, sodass sich immer nur ein Dienst in einem Segment durchsetzen kann?

Ich finde es immer wieder faszinierend: Wir meckern, lamentieren und texten aufgeregt durchs Internet — scheinen aber selbst keine besseren Ideen zu haben.

Update — ich habe zwei Lesetipps für euch:

 

 

fiene & das digitale quartett #58 und der fall edathy

Heute Abend findet ihr ab 21 Uhr an dieser Stelle wieder unseren YouTube-Talk; es geht um den Fall des SPD-Politikers Edathy und die Folgen.Das sind unsere Gäste:

  • Alvar Freude; Netzkenner, bis April 2013 Sachverständiger der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages
  • Udo Vetter, Strafanwalt, Blogger, Pirat.

Franziska Bluhm ist die Gastgeberin und hat bei sich im Blog das Thema schon vorgestellt (Lesetipp!). Um euch etwas Hintergrund zu geben, habe ich hier noch eine interessante Liste mit lesens- und hörenswerten Meinungen: