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Was mit Medien

Kleiner Sendehinweis auf Was mit Medien 212 – diesmal mit Dennis Horn, der Herrn Pähler vertritt.

Die Themen:

1.) I’m flattred – wie taz.de ein Spendensystem einführt.
Matthias Urbach, Leiter von taz.de, erklärt uns, warum die taz jetzt auf das neue soziale Mikropaymentsystem Flattr setzt. Passend dazu: Urbachs Text im taz-Hausblog und eine Diskussion in Daniels Blog. Das Interview gibt es inzwischen auch transkribiert.

2.) I’m free – Google verletzt mit der Bildersuche nicht das Urheberrecht
Christian Schwarz erklärt das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes.

3.) I’m the boss – Sascha Lobo übernimmt für einen Tag die Rhein-Zeitung
Wie hat der bekennende Onliner sich als Chefredakteur für einen Tag geschlagen? Das verraten uns Christian Lindner, einer der richtigen Rhein-Zeitungs-Chefredakteure,  und Sascha Lobo selbst.

4.) Sowie unser US-Media-Situationroom: Wir sprechen mit Mark Glaser vom Blog MediaShift über neue Bezahlmodelle im Journalismus.

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In dieser Woche gab es hier im Blog eine interessante Diskussion über das Social-Mikropayment-System Flattr und was passieren würde, wenn Spiegel Online das System integrieren würde. Zugegen, eine hypothetische Diskussion, aber interessanterweise hat taz.de jetzt den Button integriert. In der aktuellen Was mit Medien-Sendung haben wir deswegen mit Matthias Urbach gesprochen. Der taz.de-Leiter hat uns über die Beweggründung der Flattr-Integration berichtet. Da das sicherlich auch für die Diskussion hier im Blog interessant ist, habe ich das Interview aus der letzten Sendung transkribiert.

Matthias Urbach, warum soll ich Ihnen denn noch zusätzlich Geld zahlen?

Zusätzlich ist gut – erst einmal ist es so, dass wir bei taz.de draufzahlen. Es geht erst einmal darum, dass wir die Aufwendungen von taz.de tragen können. Es ist ja nicht so, dass man online mit journalistischen Produkten reich wird. Das wissen Sie ja selbst wahrscheinlich auch.

Flattr ist zurzeit noch im Beta-Test. Es ist überhaupt noch nichts darüber bekannt, ob das System überhaupt rund läuft und ob das wie erwartet funktioniert. Warum glauben Sie, Flattr funktioniert für Sie?

Beim Beta-Test geht es ja darum, ob das System technisch funktioniert – ob das aber von den Lesern angenommen wird, das ist eine ganz andere Frage. Wir können keinen Einfluss auf die Technik nehmen, aber schon darauf, ob Flattr angenommen wird – ob es sich verbreitet oder gar abheben wird. Ich glaube dass die taz in diesen Bereichen einen großen Resonanzboden hat. Wir können eine Menge Leute erreichen, die wir motivieren können an Flattr teilzunehmen. Ich glaube, das ist eine sehr schöne Sache. Nicht nur für die taz, sondern vor allem auch für Blogger oder freie Kulturschaffende, die damit ihren Content irgendwie finanziert bekommen können.

War die Einführung bei Ihnen in der Redaktion unstrittig?

Ja. Das ging überraschend glatt. Wir haben ja schon Erfahrung mit Modellen, die auf freiwilliger Zahlung basieren. Bis 2006, zu Zeiten als wir unsere Printausgabe 1-zu-1 online gestellt haben, haben wir unter jede Seite geschrieben „Was ist Ihnen der Internetauftritt der taz wert?“. Damit haben wir die Leute aufgefordert, mit einer Geldüberweisung Geld zu spenden. Da haben eine Menge Leser etwas überwiesen. Das hat funktioniert. Jetzt hatten wir vor kurzem ein kleines Projekt innerhalb der taz, bei dem die jungen Leute die taz übernommen haben. Die haben noch mal für eine Woche Spenden gesammelt. Da kamen dann 1.800 Euro zusammen. Das war ja kurzfristig und ohne Werbedruck, deswegen fanden wir das Ergebnis ganz beachtlich.

Die Frage, was passiert wenn ein großes Portal oder eine große journalistische Seite auf Flattr setzt, haben wir im privaten Blog diskutieren lassen. Da haben viele Leute teilgenommen. Bei der Diskussion ging es aber beispielhaft um Spiegel Online. Der Tenor war: „Da würde ich nicht auf die Buttons drücken, weil der Autor nicht profitiert.“ Wie ist das denn bei Ihnen? Profitieren die Autoren oder geht das Geld komplett an die taz?

Wir sind ja auch in der Beta-Phase, wenn man so will. Wir müssen mal gucken wie das läuft. Erst einmal wird das Geld an die Zeitung gehen. Wir, als Autoren oder Redakteure, sind ja auch zumeist fest angestellt oder arbeiten nach fest vereinbarten Honoraren – und die fließen unabhängig davon, ob und wie oft der Text geklickt wird, oder ob und wie oft er geflattrt wird. Ich glaube da hätte zurzeit niemand ein Interesse daran, seine Bezahlung an den Flattr-Klicks bemessen zu lassen. Eine andere Sache ist das bei den Bloggern, die im Taz-Blog unterwegs sind. Da haben wir schon die Vorstellung, dass wir es den Bloggern bei uns ermöglichen, ihre Beiträge über ihren Account flattrn zu lassen.

Bleiben wir doch einmal kurz dabei, was passiert, wenn große Seiten bei Flattr mitmachen. Können Sie sich vorstellen, dass das eine Inflation der Klick-Währung zur Folge haben könnte, oder wird dann eher eine große Aufmerksamkeit auf das Projekt gelenkt, damit dann auch noch mehr Teilnehmer sich anmelden. Welcher Effekt ist da größer?

Die Klick-Inflation ist eine der großen Fragen. Ich bin auch gespannt, was ein Klick auf taz.de wert sein wird. Es ist möglich, dass die am Ende relativ wertlos sein werden. Ich denke andersherum, dass unsere Integration erst einmal eine Menge Publicity ist und dass wir Flattr helfen, das System zum Leben zu erwecken. Das ist aber auch schon etwas sehr taz-spezifisches. Ich kann mir nicht vorstellen, dass große Verlagshäuser so gerne auf diese Art von Bezahlung umsteigen. Denen wir es a) wichtig sein, den Vertrieb stärker selbst zu kontrollieren und b) glaube ich schon, dass die in der Regel einen bestimmten Preis erzielen wollen. Der Spiegel, der ja auch als App auf dem iPhone zu haben ist, hat einen Verkaufspreis, der sich am Printpreis orientiert. Es gibt, glaube ich, nur einen Nachlass von 5 bis 10 Prozent. Das ist ja eigentlich lächerlich, wenn man sich überlegt, wie unterschiedlich die Vertriebskosten auf der Online-Schiene sind. Das hat also etwas damit zu tun, dass sie eine feste Vorstellung haben, was sie erlösen wollen.  Ich glaube, die taz hat eine andere Kultur. Wir wollen vor allem publizieren. Wir wollen unseren Blick auf die Welt unter die Leute bringen und mehr Informationen geben. Dann ist die Frage zweitrangig, wie wir das finanzieren. Da haben wir schon immer andere Wege gewählt als die Konkurrenz. Wir haben immer mehr auf die Solidarität des Publikums gesetzt als auf eine harte Vertriebswährung.

Sie haben 2006, nach über 10 Jahren taz.de, überhaupt erst Werbung auf ihrer Webseite eingeführt  – offenbar also recht widerwillig. Wenn Sie das Geld mit den Flattr-Buttons verdienen – fahren Sie die Online-Werbung dann wieder zurück?

Auch das ist total Zukunftsmusik. Wenn Flattr irgendwann mal auf einem Niveau ankommen würde, dass man damit den Online-Auftritt tragen könnte, dann würde man auch darüber nachdenken, ob man vielleicht das mit der Werbung etwas ruhiger angeht. Momenten muß man da aber eher auf verschiedenen Wegen rangehen und verschiedene Ansätze wählen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Erlösmodell das ganze nicht trägt. Natürlich sind wir daran interessiert nicht zu abhängig von Werbung zu werden. Wir sehen ja bei der aktuellen Zeitungskrise, worauf das hinausläuft, wenn man überwiegend von Werbung abhängig ist. Wir sind überwiegend von unseren Lesern abhängig und das ist eine Abhängigkeit, die mir viel besser gefällt. Und natürlich will ich auch online gerne von meinen Lesern abhängig sein – und nicht von Werbungtreibenden.

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Das Unlgück passierte vor zwei Wochen. Die Maschine von Polens Präsidenten Lech Kaczyński war auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Massakers von Katyń vor 70 Jahren und stürzte ab. Niemand der 96 Insassen überlebte das Unglück in Westrussland. Neben dem Präsidentenehepaar waren auch viele führende Köpfe des Staates mit an Board. In den ersten Tagen nach dem Unglück war das Thema selbst in den deutschen Medien omnipräsent. Aber wie umfassend aber auch schwierig muß die Berichterstt erst in Polen gewesen sein? Beobachter sprechen teils von medialer Staatstrauer.

Wir haben in der aktuellen Ausgabe vom Audio-Medienmagazin Was mit Medien mit dem polnischen Journalisten Bartosz Wielinski gesprochen. Er arbeitet im Auslandsressort der liberalen Zeitung Gazeta Wyborcza, für die er auch schon als Deutschland-Korrespondent in Berlin arbeitete. Er schildert die Konflikte, mit denen sich Journalisten in den letzten Tagen auseinandersetzen mußten. “Niemand hatte die Erfahrung, was bei so einer großen Katastrophe zu tun ist”, so Wielinski. Hier ist das Transkript aus dem Podcast – wie immer leicht gekürzt und geglättet.

Herr Wielinski, wie haben Sie die Berichterstattung um den Tod Ihres Präsidenten erlebt?

Bartosz Wielinski: Am Samstag herrschte in allen polnischen Medien der Ausnahmezustand. Schon wenige Stunden nach dem Tod haben wir bei unserer Zeitung eine Sonderausgabe herausgebracht. Am Sonntag auch. Normalerweise erscheinen in Polen am Wochenende keine Zeitungen. Wir haben diese Tradition nicht, aber das war ein Ausnahmefall. Das Fernsehen hat auch sofort das normale Programm unterbrochen. Es gab Sondersendungen mit Live-Schalten zu verschiedenen Orten in Russland, Polen und in anderen Ländern. Ich hatte dann am folgenden Donnerstag den Eindruck, dass die Leute von der Trauer ziemlich müde waren. Die Medien haben bis zum letzten Tag der Trauer die Katastrophe durchlebt und jede Facette mit ihrer Sonderberichterstattung besprochen. Das war  ziemlich schwierig. Die Redaktionen haben lange gearbeitet und es gab großen Druck. Das habe ich auch selbst erlebt.

Ich stell mir das in der Situation ziemlich schwer vor. Man kann ja in einer Redaktion viel vorbereiten und planen. Aber so einen Fall dann ja doch nicht – wußten Sie direkt, was zu tun war?

Alles war sehr spontan. Natürlich gibt es gewisse Prozesse die wir angewandt haben, aber niemand hatte die Erfahrung, was bei so einer großen Katastrophe zu tun ist. Besonders für das Fernsehen war das eine große Überraschung, denke ich. Die mußten direkt berichten und ihre Leute zu den unterschiedlichen Orten schicken. Das war deswegen wichtig, da die verstorbenen Abgeordneten aus den unterschiedlichsten Städten in Polen kamen. Aus Westpolen, aus Krakau und so weiter. Von dort sollten natürlich auch die Reaktionen der Leute gezeigt werden. Die Katastrophe war so enorm! Dieses Ereignis war so erschreckend, denn man hatte eine klassische Zeremonie in Katyń erwartet. Es sollte eine Rede von dem Präsidenten geben, wie auch eine heilige Messe. Aber eine Katastrophe mit einem Flugzeugabsturz war für alle undenkbar.

Mittlerweile sind schon ein paar Tage vergangen. Mittlerweile beherrschen andere Themen auch wieder  die polnischen Medien. Wenn Sie rückblickend die Berichterstattung aller Medien reflektieren, fanden Sie die angemessen, oder hatten Sie manchmal auch den Eindruck, dass Ihre Journalistenkollegen manchmal ihre Position verlassen oder gar ihre Objektivität zum Teil über Board geworfen haben?

Nein, auf keinen Fall. Das muß man unterscheiden. Kaczyński war in Polen vor der Katastrophe eine sehr umstrittene Person. Er wollte für die nächste Amtszeit kandidieren. Laut den Umfragen war er aber chancenlos. Es war klar, dass er nicht wiedergewählt werden würde. Meine Zeitung gehört zum Lager der liberalen Zeitungen und wir hatten verschiedene Streitpunkte mit dem Lager des Präsidenten. Die Auseinandersetzungen waren manchmal sehr heftig – oder sagen wir: Wir waren nicht befreundet. Als Kaczyński starb, hat zunächst niemand über Politik gesprochen. Es war dann nicht mehr wichtig, dass er umstritten war. Die sehr kritischen Medien versuchten die positiven Seiten seiner Amtszeit zu zeigen. Es gibt eine Maxime in Latein, dass man über Tote nur das Gute sagen soll. Das haben alle Medien gemacht.

Nach den ersten vier Tagen wurden die Berichte leider politischer. Dann wurde der Nachfolger von Lech Kaczyński gesucht. Es war nicht sicher, ob es sein Bruder oder irgendjemand anderes wird. Es wurden auch einige Verschwörungstheorien veröffentlicht und es gab einen Streit über den Ort seines Begräbnisses. Er wurde dann in Wawel, im Schloss von Krakau beerdigt. Das ist der Ort an dem polnische Könige und Nationalhelden begraben sind. Diese politischen Streitigkeiten hätten in der Berichterstattung vermutlich vermieden werden können. Mißtrauen gab es in die Berichterstattung aber nicht. Man kann sagen, dass die polnischen Medien während der Trauerzeit einig und sehr angemessen waren. Man hat sich darum gekümmert, ein positives und objektives Bild vom Präsidenten zu zeichnen. Die zweite Seite seiner Persönlichkeit stand im Hintergrund.

Problematisch fand ich, dass sich ein Teil der Medien nur auf Lech Kaczyński selbst fokussiert hat. Er war aber nicht der Einzige, der bei dem Flugzeugabsturz starb. Das finde ich falsch. Das war auch eine Tragödie für viele andere polnische Familien und Städte, die ihre besten Söhne , Töchter und Abgeordneten verloren haben. Meine Zeitung hat sich sehr viel Mühe gegeben, auch über die anderen Persönlichkeiten aus dem Senat, vom Militär und von der Nationalbank zu berichten. Immerhin waren sie die Elite des Landes. Das darf man nicht vergessen.

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Guten Morgen, heute mal aus dem Zug. Die Was mit Medien 172 ist online und ich verlinke heute Geschichten, die es nach der Osterpause nicht in das Medienmagazin geschafft haben.

Mutig in der Medienkrise: Stern startet NIDO. Das Magazin für die Generation der jungen, akademischen Eltern. Ein Bericht der Berliner Zeitung.

Gründer Christoph Schultheis geht und Bildblog wird zum Bildblog für alle. Die Taz zum Neustart des Medien-Watchblogs.

Der MDR soll (wieder) Rundfunkgebühren verzockt haben. Die Rundfunkanstalt bestreitet dies, u.A. in der FTD.

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Wetten, dass..?Am Samstag bin ich Backstage-Hörfunker bei “Wetten, dass..?” gewesen. Antenne war Partnersender. Meine Reportage für den Montagmorgen habe ich hier noch mal zum Nachhören eingebunden. Eine XXL-Version gibt es in der nächsten “Was mit Medien”-Ausgabe. Die gibt es wohl am Freitagmittag.

 
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Vanity Fair Werbung an der Berliner Charité; Bild: Flickr / User 96dpi

Mit etwas Genugtuung lese ich jetzt am Wochenende die Artikel über das Ende der Vanity Fair – ich schrieb darüber bereits in diesem Weblog. Erfreulicherweise machen sich viele Schreiber mehr über die lustig, die an dem Erfolg der Vanity Fair zweifelten, als über das Scheitern der Vanity Fair selbst.

Ich glaube die Gefühlslage vieler läßt sich recht simpel zusammenfassen: Sowohl traurig als auch froh. Traurig, über das Ende dieses spannenden Projektes. Froh, da die zuletzt prägende Durchschnittlichkeit nur schwer zu ertragen war.

Vielleicht hätten die Macher der deutschen Vanity Fair schon vor mehr als zwei Jahren etwas im Internet suchen sollen, warum die amerikanische VF so vergöttert wird. Ein auf den Philippinen lebender New Yorker veröffentlichte am 14. Oktober 2005 ein kleines Portrait über die amerikanische Ausgabe. Er schloß seinen Blogtext mit dem Satz: “Vanity Fair is unpredictably cool.”

Die amerikanische VF hat viele Anläufe gebraucht, um sich dieses Image zu erarbeiten. Wäre das Hochglanzblatt ein Arcadespiel, dann erschiene die Monatsschrift jetzt in ihrem vierten Leben.

1859 erschien in New York die erste VF, eine humoristische Wochenschrift. Bereits 1863 wurde die Zeitschrift wieder eingestellt. Das ist auch das Todesjahr von William Makepeace Thackeray. Der zu Zeiten des viktorianischen Zeitalters bedeutende englische Schriftsteller hat 1847/1848 den Roman “Vanity Fair” veröffentlicht.

1868 kam eine neue Vanity Fair in London heraus. Bis 1914 beschäftigte sich das wöchentliche Magazin mit den Eitelkeiten der (nach-)viktorianischen Gesellschaft. Die letzte Ausgabe erschien am 5. Februar 1914.

1913 sicherte sich Condé Nast die Rechte an der Vanity Fair. Nast bezahlte 3.000 Dollar für die Namensrechte, fügte diesen dem Verlagstitel “Dress” hinzu. Das Konzept der “Dress and Vanity Fair” stellte aber nicht zufrieden, sodass Chefredakteur Frank Crowninshield 1914 die Mode aus dem Blatt strich und es Schritt für Schritt zur literarischen Stimme für die mondäne Café-Gesellschaft entwickelte. Doch wegen der Wirtschaftskrise fehlten die Anzeigenkunden. Das Magazin erschien zunächst wöchentlich, dann monatlich und wurde März 1936 eingestellt.

Condé Nast hielt an dem Titel aber fest. 1949 gab es einen Wiederbelebungs-Versuch in Großbritannien. Dies gelang aber erst 1983 in den USA. Im Februar erschien die erste Ausgabe der heutigen Vanity Fair. Auch hier ging es alles andere als ruhig zu: Nach drei Ausgaben wurde bereits der Chefredakteur ausgewechselt. Der zweite Chefredakteur hielt sich auch nur gut ein Jahr.

Die Geschichte der deutschen VF ist demnach gar nicht untypisch für eine Zeitschrift, die diesen Namen trägt. Fehlende Anzeigen in der Wirtschaftskrise, die wöchentlichen Erscheiungsweise und Chefredakteurswechsel in kurzer Zeit – das gab es schon alles in der Historie der VF. Aber sie kam immer wieder.

Vielleicht kommt auch die deutsche Vanity Fair wieder. Orientiert sie sich dabei an der englischen Geschichte, müssen wir uns noch etwas gedulden. Nach dem Krisen-Aus von 1936 dauerte es 47 Jahre bis zum erfolgreichen Neustart.

In Deutschland wäre das dann 2056.

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fiene & die 162

by daniel on 23. January 2009 · 0 comments

in Was mit Medien

Für’s Wochenende gibt es wieder Stoff für eure iPod’s oder sonstigen Podcasttools. Seit ein paar Minuten ist die Ausgabe 162 von “Was mit Medien” im Netz. Mit Stimmen von Frank Plasberg, Dieter Kronzucker, Marc Bator, Ina Müller und Peter Limbourg. Wir haben uns mit dem Privat-TV-Jubiläum, dem SAT.1 Streik und dem Goldenen Prometheus 2009 beschäftigt.
Linktipp: WmM 162

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Ich möchte euch ganz fürchterlich die neue “Was mit Medien”- Episode vom Donnerstagabend empfehlen. Franzi hat uns ganz wunderbar erklärt, warum es dem deutschen Schmuddelblatt so schlecht geht und Yvonne Malak hat uns einen total spannenden Einblick in die Welt der Radiogewinnspiele gegeben. Wir wollten ja unser eigenes Gewinnspiel starten, da fragte Yvonne uns nach dem Ziel des Spiels. Herr Pähler ganz entrüstet: “Ist doch klar, wir wollen uns als das beste Medienmagazin der Welt positionieren”.  Na, wenn er meint! Wir haben dann auch unser eigenes Gewinnspiel gestartet – ihr könnt iTunes-Gutscheine gewinnen, wenn ihr TV-Titelmelodien ratet. Das war ein Spaß am Donnerstag. Die Episode gibt es hier.

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fiene & wmm 160

by daniel on 18. December 2008 · 0 comments

in Was mit Medien

Vor wenigen Minuten habe ich die letzte Episode von Was mit Medien für dieses Jahr hochgeladen. Herr Pähler und ich haben mit Désirée Nick und Roger Willemsen gesprochen und aus dieser Ausgabe einen kleinen Jahresrückblick gemacht. Ihr könnt es gleich drübern bei Was mit Medien hören.

Einige haben noch gar nicht mitbekommen, dass wir seit ca. 10 Wochen einen neuen Feed haben und wundern sich, wo denn die neuen Folgen bleiben: Bei iTunes konnten wir wieder unseren ganz ursprünglichen Feed aktivieren (das funktioniert ganz einfach: iTunes öffnet sich, dann auf den Knopf “Abonnieren” klicken, und die Podcasts trudeln dann automatisch in euren Podcast-Bereich rein). Wer uns direkt per RSS abonnieren will, kann das mit diesem Feed machen.

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Huch! #radiojournalisten

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Daniel und Herr Pähler besuchen Radio Eins

Die 150. Ausgabe von Was mit Medien steht im Netz. Gefeiert haben wir die runde Nummer nicht. Dafür haben wir ein wenig unser Archiv durchstöbert. Seit der Premiere im Herbst 2004 haben wir über 5.250 Minuten Programm gemacht. Wenn wir jetzt den “Play”-Knopf drückten, würde die 150. Ausgabe erst am Donnerstag Nachmittag laufen. Herr Pähler und ich haben uns 900 Fragen bei dem Quiz “Was mit Köpfen” gestellt. Häufigste Antwort: Jochen Rausch. Der häufigste Studiengang unserer Teammitglieder ist übrigens nicht Kommunikationswissenschaft, sondern Jura. Seit Ausgabe 80. haben wir nur zwei Wochen Pause gemacht: Deswegen gibt es jetzt eine kleine Sommerpause.

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Meine “Fox lässt auf You Tube ein Was mit Medien Video sperren” Geschichte geht weiter und ist jetzt zu Ende. Gewonnen! Nachdem ich am letzten Freitag tief traurig über das Unverständnis des Internets gewesen bin, habe ich tatsächlich einen “Dispute” durchgeführt.

Das umstrittene Video ist wieder online. Vor einer Woche war ich sauer, dass mir noch nicht mal erklärt wird, welcher Ausschnitt von Fox beanstandet wurde. Erst als ich den Dispute durchführte, stand dort, dass Fox sich an den Ausschnitt von “My Name Is Earl” störte. Warum stand das auf meiner Sperrseite denn nicht direkt? In knappen Sätzen begründetete ich, warum der Ausschnitt durch uns benutzt wurde (Promomaterial von einem Filmfestival; wie machen Berichterstattung über das Filmfestival; …). Einige Tage später lief das Video wieder und gestern bekam ich dann die hier angezeigt E-Mail. Ich bin begeistert und freue mich. Etwas ärgert mich der Unterton der letzten beiden Sätze (“… your account has not been penalized…”), aber was soll’s … Wochenende!

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