Dieses Bild hat mich irritiert. Warum? Das erkläre ich im folgenden Kommentar, den ich für Antenne Düsseldorf gemacht habe. Hier das Skript:
Bei meiner Zeitungslektüre staunte ich nicht schlecht. Ludwig Hillesheim, Konrad Richter und Anne und Erich Jeschkowski schauen mich besorgt an. Sie haben sich vor einer Häuserfront ablichten lassen. Das lässt mich ratlos zurück. In der Zeitung sehe ich das bunte Foto – darunter ihre Namen und Gesichter. Aber moment. Sind das nicht die Düsseldorfer, die gegen das Ablichten genau dieser Häuser sind? Die haben sich also für die Zeitung fotografieren lassen. Jetzt kann ich mir über den Umweg Zeitung also vorstellen, wie Google-Street-View-Gegner so wohnen. Das zeigt wie widersprüchlich diese Debatte um Google Street View ist. Einige spotten im Internet, sie sei gar heuchlerisch. Ausländische Medien kommentieren die Sorge vor Google Street View als “German Angst”. Meine Vermutung ist: Bestimmt haben nicht alle, die jetzt einen Widerspruch bei Google einreichen wollen, den Panoramadienst überhaupt einmal selbst ausprobiert. Regionen in anderen Ländern sind längst freigeschaltet. Ich hoffe, dass die Debatte versachlicht wird, und dass sich jeder informiert worum es geht. Schließlich ist Aufklärung eine Errungenschaft unseres Zeitalters. Torsten Krauel kommentierte in der WELT so: “Street View ist die Landkarte der Zukunft. Wer sie verfälscht, wird dastehen wie die unglücklichen Städter, die zu spät ihre mittelalterlichen Stadtmauern abrissen. Weil sie so viel Angst vor Räubern hatten, verpassten sie die offene Zukunft.”
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Das ist doch Wahnsinn, wie die Google-Street-View-startet-jetzt-in-20-deutschen-Städten-Ankündigung in den Medien eingeschlagen ist. Es entsteht der Eindruck, dass die Street-View-Kritiker es unheimlich leicht haben, ihre Meinung zu verbreiten, ohne dass deren Thesen auch kritisch hinterfragt werden. Aber wir Journalisten müssen ja ausgewogen berichten. Deswegen habe ich mal eine (nicht ganz ernst gemeinte) praktische Liste zusammen gestellt:
Die Top-5-Gründe, warum der Start von Google-Street-View in 20 deutschen Städten total super ist …
Platz 5) Kommt von Karl L., Stadtmarketing; Sein Problem: Die Nachbarstadt zieht mehr Touristen an, obwohl sie häßlicher ist.
“Super, die sind nicht bei Street-View, unsere Stadt schon. Jetzt sehen die Touris unser Ambiente und verweilen endlich bei uns.”
Platz 4) Kommt von Agnes B., Kommunikatsionsberaterin für den Suchmaschinengiganten G; Ihr Problem: Schlechte Presse.
“Super, Street-View ist erst einmal mit 20 Städten gestartet und es gab viel Aufmerksamkeit. Wenn noch mal schlechte Presse wegen Netzneutralität droht, dann kündigen wir einfach 20 weitere Städte an. Zum Glück gibt es 2076 Städte in Deutschland.”
Platz 3) Carla und Dieter E. aus einem Vorort von Düsseldorf; deren Problem: Penible Nachbarschaft:
“Super, die Fotos bei Street-View sind schon drei Jahre alt – da kann man mal sehen, dass unser Dieter die Hecke auch schon mal ordentlicher geschnitten hat, da muß er aber noch mal ran!”
Platz 2) Fritz G., Bürgermeister der Kreisstadt H.; sein Problem: War schon länger nicht mehr in der überregionalen Presse:
“Super, ich erkläre meine Stadt zur ersten Google-Street-View-Partnerstadt und lade die Googler sogar ein, dass ich das Street-View-Auto höchstpersönlich durch die Straßen meiner Stadt fahren werde. Da kommt bestimmt sogar die Bild!”
Platz 1) Ingo J., Producer aus M., sein Problem: Kein Geld für das TV-Programm:
“Super, dann können N24 und N-TV bei Breaking-News das rare Bildmaterial nicht nur mir Google-Earth-Screenshots und irrlevanten Twitter-Meldungen aufpumpen, sondern auch stundenlang Screenshots von Street-View präsentieren.”
Puh, wenn Google-Street-View jetzt auch noch die Printlandschaft retten würde, dann wäre ja alles gut. Wobei, könnte man nicht einfach viele, viele Zeitungen kaufen und damit sein Haus verhängen?
StreetView würde von allen Deutschen akzeptiert, wenn Google behauptete, es handle sich um den Wettbewerb, wer den schönsten Vorgarten habe
- Herr haekelschwein bei Twitter.
Kleiner Sendehinweis auf Was mit Medien 212 – diesmal mit Dennis Horn, der Herrn Pähler vertritt.
Die Themen:
1.) I’m flattred – wie taz.de ein Spendensystem einführt. Matthias Urbach, Leiter von taz.de, erklärt uns, warum die taz jetzt auf das neue soziale Mikropaymentsystem Flattr setzt. Passend dazu: Urbachs Text im taz-Hausblogund eine Diskussion in Daniels Blog. Das Interview gibt es inzwischen auch transkribiert.
2.) I’m free – Google verletzt mit der Bildersuche nicht das Urheberrecht
Christian Schwarz erklärt das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes.
3.) I’m the boss – Sascha Lobo übernimmt für einen Tag die Rhein-Zeitung
Wie hat der bekennende Onliner sich als Chefredakteur für einen Tag geschlagen? Das verraten uns Christian Lindner, einer der richtigen Rhein-Zeitungs-Chefredakteure, und Sascha Lobo selbst.
4.) Sowie unser US-Media-Situationroom: Wir sprechen mit Mark Glaser vom Blog MediaShift über neue Bezahlmodelle im Journalismus.
Google beginnt heute damit, bei vielen Nutzern in Europa ein neues Design einzusetzen. Spannend! So gilt das Google Design als zeitlos und bewährt. Hier und da hat man ja schon mitbekommen, dass “unter der Haube” kräftig gewerkelt wurde. Jetzt ist aber Design an der Reihe gewesen. Marissa Mayer hat die Änderungen im Google-Blog vorgestellt (auch im deutschen Blog lesbar) und sogar von einer Metamorphose im Frühling gesprochen. Schauen wir doch einmal auf die wichtigsten Änderungen:
1.) Das Logo!
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Der Schatten ist weniger ausgeprägt, die Farben wirken stärker, frischer und irgendwie dreidimensionaler.
2.) Die Startseite
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Mein Fazit: Die neue Startseite wirkt freundlicher und moderner!
3.) Die Suchergebnisse
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4.) Überarbeitete Sidebar mit den Suchfiltern!
Die neue Sidebar lässt sich in drei Bereiche teilen. Im ersten Bereich werden ab sofort die verschiedenen Suchtypen angeboten, die am Relevantesten zum Stichwort sind. Im Seitenkopf wurden bisher die Bilder-, Video-, Nachrichten- und Co-Suche verläßlich an der gleichen Position angeboten – jetzt werden links die wichtigsten Suchen zu dem Stichwort nach Relevanz sortiert angeboten. Der Suchtyp “Alles” listet die Ergebnisse wie gewohnt auf – so wird in dem Beispiel-Screenshot wird anschließend “Video” und “News” angeboten, da diese beiden Suchen relevante Ergbnisse liefern.
5.) Wie aktuell dürfen die Ergebnisse sein? Die Echtzeit-Suchfunktionen (u.A. für Facebook- und Twitter) gibt es ja schon eine kurze Zeit auch in Deutschland, der Mittelteil der Sidebar verfeinert aber noch einmal die Einstellungen der Suchergebnisse. Ich kann jetzt entscheiden, ob ich “alle” oder nur die “neusten” Ergebnisse sehen möchte.Ich kann aber auch zeitlich eingrenzen (Letzte 24 Stunden, Letzte Woche, Letzter Monat, Letzes Jahr, Beliebiger Zeitraum usw.).
6.) Mehr oder weniger Shopping?
In der Sidebar kann ich nun auch entscheiden, ob mehr oder weniger Shoppingseiten in den Suchergebnissen berücksichtig werden.
7.) Das Wunderrad
Spannend sind ohne Frage die “ähnlichen Suchanfragen” die entsprechend zu meinem Suchbegriff vorgeschlagen werden. Die nun prominent eingebaute Funktion “Wonder Wheel” stellt die Suchergebnisse graphisch dar:
8.) Die Zeitleiste
Praktisch ist die neue Ansicht “Timeline” – hier werden die Ergebnisse nach Jahren sortiert und ich kann auch zu Beginn in einer praktischen Graphik sehen, wie häufig ein Suchbegriff über die Jahre in den Ergebnissen vorkommt:
9.) Die Farbsuche
Ich glaube, die Farbsuche an sich ist nicht neu – wohl aber der einfache Zugriff über die Sidebar. Ich kann jetzt Farbfilter setzen und bekomme nur die passenden Fotos angezeigt. Verrückt!
10.) Video
Google hat noch ein kurzes Video veröffentlicht, indem über die neusten Änderungen gesprochen wird.
Fazit
Ehrlich gesagt habe ich mit so einem “großen” Relaunch gar nicht gerechnet. Die einzelnen Funktionen haben mir in ihrer neuen Zusammensetzung beim ersten Blick sehr gut gefallen. Ich habe mich gefragt, warum mich so viel frischer Wind bei Google irritiert. Vielleicht hat Achim Schaffrinna vom designtagebuch recht: “Ob man ohne Bing im Rücken die Maßnahmen vorgenommen hätte?”
17:00 Radio im Umbruch: Wie muss sich ein Radio heute und morgen aufstellen, um erfolgreich zu sein? Lokal oder global, Mainstream oder fokussiert in der Nische? Ein kontroverse Diskussion zum Abschluß eines langen Tages mit Maik Nöcker (QUU.FM), Gunnar Hamel (Radio Energy) und Kay Oberbeck (Google) und Berthold Brunsen (Radio Bremen Media).
Brunsen: Wir müssen von dem Gedanken weg, dass wir ein Sender sind der Programm macht und das in’s Netz verlängert. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass unsere Inhalte so genutzt werden können, dass es auch die Hörer erreicht. Da ist UKW noch die tragenste Komponente – aber wir werden in ein paaar Jahren ein ganz anderes Radio haben.
Nöcker: Wir lassen das Lokale weg. Wir verstehen das Internet als globale, spannende Kommunikationsplattform. Erst dachten wir, wir brauchen nur gute Musik und coole Moderatoren. Dann haben wir festgestellt, dass Internetradio und Radio im Internet komplett unterschiedlich ist. Deswegen haben wir Moderatoren, die sich weltweit in das Programm einklinken, wenn etwas passiert. Wir haben Leute in Tokio, New York oder Frankfurt.
Oberbeck: Das geile am Internet ist, dass das Internet eine Plattform für eine kleine Nische, sondern auch für den Massenmarkt bietet. Toll ist ja, wie sich das Thema Online-Video entwickelt hat. Siehe YouTube oder Sevenload. Beim Radio ist das ja hier in Deutschland. Die Produktionskosten sind immens runtergegangen, was natürlich gut ist. Streamingkosten sind so runtergegangen, dass jetzt jeder einen eigenen Fernsehsender gründen kann.
(Moderator: In zwei Jahren soll es eine Währung für Online-Audio geben – haben wir ja heute gelernt.)
Oberbeck: Online kann in der Werbung viel ausprobiert werden – besser als im Fernsehen, dass gleich viel mehr kostet. Außerdem kann Online-Werbung viel besser getrackt werden. Bei der Online-Werbung testen auch wir viel: Wie lang darf so ein Clip sein und wo steigen die Nutzer aus… den Stein der Weisen haben wir auch noch nicht gefunden.
Nöcker: Aber Youtube ist nicht die kleine Schwester vom Fernsehen. Internetradio ist auch nicht der kleine Bruder vom Radio. Wir haben einen Monat klassische Vermarktung getestet. Das hat dazu geführt, dass wir nach zwei Wochen fast die Hälfte der User verloren haben. Nach 1 1/2 Monaten haben wir die erst zurückbekommen. Wir sind froh, dass wir jetzt auf individuelle Markeneinbindung setzen. Es kann nicht sein, dass bei uns der gleiche Spot läuft, wie im Lokal- oder Regionalradio.
Brunsen: Die Brands/Formate werden sich ändern. Da sind Sender wie Energy im Vorteil. In der ARD haben wir Marken die Traditionsleuchttürme. Funktioniert aber der Sender auch im Internet? Oder sind es nicht andere Formate wie die Sportschau, die die Leute mehr ansprechen? Das heißt: Die Marke im eigentlichen Medium müssen wir in Frage stellen. Das müssen die öffentlich-rechtlichen Sender genauso machen wie die Privaten.
Nöcker: Erst haben wir durch die Presse viele Aufmerksamkeit bekommen und jetzt läuft vieles über virales Markething.
Oberbeck: Zum Thema Branding ist natürlich wichtig – denn beim Stichwort Online-Radio gibt es viele Millionen Funstellen.
Brunsen: Eine Marke muss verlässlich sein – das heißt sie wird glaubwürdig, wenn sie das macht, wofür die Nutzer sie kennen.
Oberbeck: Hatte den falschen Sender eingestellt und da war ich direkt wach – Radio wirkt also. Selbst meine Tochter mit 10 Jahren kennt schon ihren Online-Radiosender.
Guten Morgen, ich habe heute Links zu aktuellen Computer- und Internetmeldungen. Dinge, die gut zu wissen sind.
Geocities stirbt! Erinnert ihr euch noch als alle Welt bei diesem Webhosting-Dienst die eigene Webseite liegen hatte? Yahoo nimmt den Service jetzt vom Netz, meldet Heise und zitiert eine entsprechende Firmenmeldung.
Guten Morgen, am Wochenende schrieb ich ja bereits über die Google-Profile und seit gestern sind die noch einmal groß zum Thema geworden, da Google die Vernetzung jetzt verbessert hat (wie ich es mir tatsächlich gewünscht hatte). Die heutigen Frühstücklinks bringen euch auf den frischsten Stand in Sachen Google-Profile.
Diese Artikel wurden auch in deutschen Blogs erwähnt. Zum Beispiel von Pascal im GoogleWatchBlog und von André Vatter bei Basic Thinking. In Deutschland sind die Google Profile noch nicht in den Suchergebnissen integriert – das wird wohl noch etwas dauern.
Ich habe digitalen Selbstmord begangen. Ich habe Google mit meinen Daten gefüttert. Freiwillig. Google kennt jetzt meinen Wohnort, meine Web-2.0-Profile und weiß über meine Superkräfte bescheid. Ich habe mein persönliches Google Profil angelegt.
Die Google-Profile werden das nächste große Ding im Internet. Immer öfter wurde in den vergangenen Monaten über Identitätsmanagement gesprochen. Themen wie Identitätsmissbrauch oder -klau geistern durch das Netz. Interessant ist die Antwort von Google zum Thema Identitätsmanagement.
Mogulus startet Werbung: Ab heute werden Google-Werbebanner über die Videos gelegt. Eine Userbeteiligung ist nicht dabei; Pro-User bekommen keine Werbung; eine Pro-Account kann man noch nicht mit Kreditkarte bezahlen.
424 Euro verdienen Blogger im Schnitt pro Monat, hat Robert Basic ausgerechnet. Ich verdiente im untersuchten Monat nix an meinem Blog.
Wette gewonnen: Ich habe vorgestern ein Thema bei Antenne gemacht, was dann heute in der Zeitung (in diesem Fall NRZ) steht – “Wenn die Polizei zweimal klingelt” – da geht es um 104 gewaltbereite Düsseldorfer Fußbalfans, die vor der EM Besuch von der Polizei bekommen. Schön! Mal sehen, ob es die anderen Zeitungen auch haben.