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Was mit Medien

Es ist wieder ein akustisch-medialer Samstag – heute passiert so viel, man könnte fast meinen es sei keine Fußball-WM! Ich habe einige Hörtipps für euch.

1.) WDR 5 – Haushaltsbeitrag statt Rundfunkgebühr

Gleich um 15:05 Uhr ist ein Beitrag von mir im WDR 5 Medienmagazin zu hören: Schwerpunkt: Haushaltsbeitrag statt Rundfunkgebühr. Klare Regelung, aber noch Fragen – Gebührenzahler zum Haushaltsbeitrag. Kaum eine politische Entscheidung zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat eine solche Breitenwirkung wie die Umstellung von der Rundfunkgebühr auf einen Haushaltsbeitrag. Nicht das Gerät zählt, sondern der einzelne Haushalt und Betrieb zahlt ohne Blick hinter die Wohnungstür. Was halten die Gebührenzahler von diesem Modell? Autor/in: Daniel Fiene Redaktion: Willi Schlichting. Die Sendung gibt es bereits als Audiodatei.

2.) SR 2 – Umbruchzeiten – Die Zeitungsbranche im Kampf gegen sinkende Auflagen

Um 17:04 Uhr läuft bei SR 2 Kulturradio dieses Feature: Weltweit sinken bis auf wenige Ausnahmen die Auflagen der Printmedien. Das macht es für Anzeigenkunden Sinn, nach anderen Werbeflächen zu suchen. Allein durch einen vom Unternehmen zurzeit geprüften Rückzug des Discounters ALDI aus dem Anzeigengeschäft würden den Zeitungen 379 Millionen Euro entgehen. Ist es nur der Übergang in eine neue Ära des Lesens digitaler Texte oder der Niedergang des Zeitungsjournalismus schlechthin? Sind digitale Lesegeräte wie das iPad die einzigen Hoffnungsträger der Branche? Mit welchen Ideen setzen sich Zeitungsmacher in Europa gegen sinkende Auflagen zur Wehr? Zu Wort kommen Chefredakteure und Medienexperten aus vier Ländern. Eine Sendung von Eleni Klotsikas und Jörg Wagner. Die Sendung ist dann auch im Webradio anhörbar.

3.) Radio Eins Medienmagazin mit Jörg Wagner

Jörg Wagner plant ab 18 Uhr diese Themen: 1) 1 Haushalt = 1 Gebühr! – Einfacher, gerechter, verfassungskonformer – die neue Rundfunkfinanzierung 2) Verrat – Mutmaßlicher WikiLeaks-Informant verhaftet 3) Frauenpower – Medienfrauen mit eigener Konferenz “DLD*Woman” 4) Coup – Jauch moderiert Sonntagabendtalk im Ersten. Die Einzelheiten (später auch zum Nachhören) gibt es bei World Wide Wagner. Im Podcast zur heutigen Sendung wird außerdem der Medien-Monatsrückblick von Herrn Pähler und mir ergänzt. Außerdem freut es mich, dass Annik Rubens über die DLD*Woman im R1MM berichtet!

4.) Was mit Medien 215

Seit heute Morgen ist auch das neue Medienmagazin von Herrn Pähler und mir im Netz: In Was mit Medien 215 ist Harry Wijnvoord zu Gast. Er erklärt uns, wie er “Der Preis ist heiß” in das Fernsehen holen will. Außerdem: Jauch beerbt Sendeplatz von Anne Will, neue Rundfunkgebühr erklärt, Gauck vs. Wulff in den Medien sowie der Verlegerverband VDZ, der erklärt, warum Verleger u.U. auch Geld von Facebook haben wollen. Zum Podcast bitte hier entlang.

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Wir haben im Sender mal geschaut, wie aktiv die Radiosender in NRW bei Facebook sind und wieviele Fans damit erreicht werden. Ich dachte, unsere kleine Turnschuh-Marktforschung kann ich mit euch hier im Blog teilen. Die Zahlen verändern sich natürlich ständig, wir haben diese hier rund um den Monatswechsel aufgeschrieben und dabei alle Wellen berücksichtigt, die per UKW in NRW ausstrahlen (nicht einstrahlen). Ich hoffe, wir haben keinen Sender vergessen – ansonsten freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren. Hier sind die NRW-Facebook-Funk-Charts:

Lokalradios    Fans    Typ

  1. 1LIVE    16.494    (Landesweit)
  2. BFBS    7.497    (Über-Landesweit)
  3. Antenne Düsseldorf    2.342    (Lokal)
  4. Radio Duisburg    930    (Lokal)
  5. Radio Gütersloh    665    (Lokal)
  6. Radio Bielefeld    634    (Lokal)
  7. Welle Niederrhein    634    (Lokal)
  8. Kölncampus    625    (Campusradio)
  9. Deutschlandradio Kultur    612    (Bundesweit) (von Fans betrieben)
  10. Radio Erft    451 (Lokal)
  11. Antenne Münster 445 (Lokal)
  12. Radio Lippe Welle Hamm    343  (Lokal)
  13. Radio Emscher Lippe    323    (Lokal)
  14. Antenne AC    295    (Lokal)
  15. Radio Hagen    293    (Lokal)
  16. Radio Q    270    (Campusradio)
  17. Radio RSG    258    (Lokal)
  18. Hochschulradio Aachen    243    (Campusradio)
  19. Hellweg Radio    231    (Lokal)
  20. Hochschulradio Düsseldorf    227    (Campusradio)
  21. Radio Kiepenkerl    207    (Lokal)
  22. Antenne Unna    179    (Lokal)
  23. Radio Oberhausen    175   (Lokal)
  24. Radio Vest    114    (Lokal)
  25. Radio Mülheim    112    (Lokal)
  26. Deutschlandfunk 112  (Bundesweit)
  27. Radio 96 ACHT Bonn    94    (Lokal)
  28. Radio K.W.    91    (Lokal)
  29. Radio Wuppertal    87    (Lokal)
  30. CT Das Radio    81    (Campusradio)
  31. Radio Sauerland    33    (Lokal)
  32. Radio Herne    20    (Lokal)
  33. Radio Triquency    16    (Lokal)
  34. Radio Ennepe Ruhr     14    (Lokal)
  35. WDR 4    6    (Landesweit)
  36. WDR 5    6    (Landesweit)
  37. bonncampus 96,8    5    (Campusradio)


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Kleiner Sendehinweis auf Was mit Medien 212 – diesmal mit Dennis Horn, der Herrn Pähler vertritt.

Die Themen:

1.) I’m flattred – wie taz.de ein Spendensystem einführt.
Matthias Urbach, Leiter von taz.de, erklärt uns, warum die taz jetzt auf das neue soziale Mikropaymentsystem Flattr setzt. Passend dazu: Urbachs Text im taz-Hausblog und eine Diskussion in Daniels Blog. Das Interview gibt es inzwischen auch transkribiert.

2.) I’m free – Google verletzt mit der Bildersuche nicht das Urheberrecht
Christian Schwarz erklärt das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes.

3.) I’m the boss – Sascha Lobo übernimmt für einen Tag die Rhein-Zeitung
Wie hat der bekennende Onliner sich als Chefredakteur für einen Tag geschlagen? Das verraten uns Christian Lindner, einer der richtigen Rhein-Zeitungs-Chefredakteure,  und Sascha Lobo selbst.

4.) Sowie unser US-Media-Situationroom: Wir sprechen mit Mark Glaser vom Blog MediaShift über neue Bezahlmodelle im Journalismus.

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In dieser Woche gab es hier im Blog eine interessante Diskussion über das Social-Mikropayment-System Flattr und was passieren würde, wenn Spiegel Online das System integrieren würde. Zugegen, eine hypothetische Diskussion, aber interessanterweise hat taz.de jetzt den Button integriert. In der aktuellen Was mit Medien-Sendung haben wir deswegen mit Matthias Urbach gesprochen. Der taz.de-Leiter hat uns über die Beweggründung der Flattr-Integration berichtet. Da das sicherlich auch für die Diskussion hier im Blog interessant ist, habe ich das Interview aus der letzten Sendung transkribiert.

Matthias Urbach, warum soll ich Ihnen denn noch zusätzlich Geld zahlen?

Zusätzlich ist gut – erst einmal ist es so, dass wir bei taz.de draufzahlen. Es geht erst einmal darum, dass wir die Aufwendungen von taz.de tragen können. Es ist ja nicht so, dass man online mit journalistischen Produkten reich wird. Das wissen Sie ja selbst wahrscheinlich auch.

Flattr ist zurzeit noch im Beta-Test. Es ist überhaupt noch nichts darüber bekannt, ob das System überhaupt rund läuft und ob das wie erwartet funktioniert. Warum glauben Sie, Flattr funktioniert für Sie?

Beim Beta-Test geht es ja darum, ob das System technisch funktioniert – ob das aber von den Lesern angenommen wird, das ist eine ganz andere Frage. Wir können keinen Einfluss auf die Technik nehmen, aber schon darauf, ob Flattr angenommen wird – ob es sich verbreitet oder gar abheben wird. Ich glaube dass die taz in diesen Bereichen einen großen Resonanzboden hat. Wir können eine Menge Leute erreichen, die wir motivieren können an Flattr teilzunehmen. Ich glaube, das ist eine sehr schöne Sache. Nicht nur für die taz, sondern vor allem auch für Blogger oder freie Kulturschaffende, die damit ihren Content irgendwie finanziert bekommen können.

War die Einführung bei Ihnen in der Redaktion unstrittig?

Ja. Das ging überraschend glatt. Wir haben ja schon Erfahrung mit Modellen, die auf freiwilliger Zahlung basieren. Bis 2006, zu Zeiten als wir unsere Printausgabe 1-zu-1 online gestellt haben, haben wir unter jede Seite geschrieben „Was ist Ihnen der Internetauftritt der taz wert?“. Damit haben wir die Leute aufgefordert, mit einer Geldüberweisung Geld zu spenden. Da haben eine Menge Leser etwas überwiesen. Das hat funktioniert. Jetzt hatten wir vor kurzem ein kleines Projekt innerhalb der taz, bei dem die jungen Leute die taz übernommen haben. Die haben noch mal für eine Woche Spenden gesammelt. Da kamen dann 1.800 Euro zusammen. Das war ja kurzfristig und ohne Werbedruck, deswegen fanden wir das Ergebnis ganz beachtlich.

Die Frage, was passiert wenn ein großes Portal oder eine große journalistische Seite auf Flattr setzt, haben wir im privaten Blog diskutieren lassen. Da haben viele Leute teilgenommen. Bei der Diskussion ging es aber beispielhaft um Spiegel Online. Der Tenor war: „Da würde ich nicht auf die Buttons drücken, weil der Autor nicht profitiert.“ Wie ist das denn bei Ihnen? Profitieren die Autoren oder geht das Geld komplett an die taz?

Wir sind ja auch in der Beta-Phase, wenn man so will. Wir müssen mal gucken wie das läuft. Erst einmal wird das Geld an die Zeitung gehen. Wir, als Autoren oder Redakteure, sind ja auch zumeist fest angestellt oder arbeiten nach fest vereinbarten Honoraren – und die fließen unabhängig davon, ob und wie oft der Text geklickt wird, oder ob und wie oft er geflattrt wird. Ich glaube da hätte zurzeit niemand ein Interesse daran, seine Bezahlung an den Flattr-Klicks bemessen zu lassen. Eine andere Sache ist das bei den Bloggern, die im Taz-Blog unterwegs sind. Da haben wir schon die Vorstellung, dass wir es den Bloggern bei uns ermöglichen, ihre Beiträge über ihren Account flattrn zu lassen.

Bleiben wir doch einmal kurz dabei, was passiert, wenn große Seiten bei Flattr mitmachen. Können Sie sich vorstellen, dass das eine Inflation der Klick-Währung zur Folge haben könnte, oder wird dann eher eine große Aufmerksamkeit auf das Projekt gelenkt, damit dann auch noch mehr Teilnehmer sich anmelden. Welcher Effekt ist da größer?

Die Klick-Inflation ist eine der großen Fragen. Ich bin auch gespannt, was ein Klick auf taz.de wert sein wird. Es ist möglich, dass die am Ende relativ wertlos sein werden. Ich denke andersherum, dass unsere Integration erst einmal eine Menge Publicity ist und dass wir Flattr helfen, das System zum Leben zu erwecken. Das ist aber auch schon etwas sehr taz-spezifisches. Ich kann mir nicht vorstellen, dass große Verlagshäuser so gerne auf diese Art von Bezahlung umsteigen. Denen wir es a) wichtig sein, den Vertrieb stärker selbst zu kontrollieren und b) glaube ich schon, dass die in der Regel einen bestimmten Preis erzielen wollen. Der Spiegel, der ja auch als App auf dem iPhone zu haben ist, hat einen Verkaufspreis, der sich am Printpreis orientiert. Es gibt, glaube ich, nur einen Nachlass von 5 bis 10 Prozent. Das ist ja eigentlich lächerlich, wenn man sich überlegt, wie unterschiedlich die Vertriebskosten auf der Online-Schiene sind. Das hat also etwas damit zu tun, dass sie eine feste Vorstellung haben, was sie erlösen wollen.  Ich glaube, die taz hat eine andere Kultur. Wir wollen vor allem publizieren. Wir wollen unseren Blick auf die Welt unter die Leute bringen und mehr Informationen geben. Dann ist die Frage zweitrangig, wie wir das finanzieren. Da haben wir schon immer andere Wege gewählt als die Konkurrenz. Wir haben immer mehr auf die Solidarität des Publikums gesetzt als auf eine harte Vertriebswährung.

Sie haben 2006, nach über 10 Jahren taz.de, überhaupt erst Werbung auf ihrer Webseite eingeführt  – offenbar also recht widerwillig. Wenn Sie das Geld mit den Flattr-Buttons verdienen – fahren Sie die Online-Werbung dann wieder zurück?

Auch das ist total Zukunftsmusik. Wenn Flattr irgendwann mal auf einem Niveau ankommen würde, dass man damit den Online-Auftritt tragen könnte, dann würde man auch darüber nachdenken, ob man vielleicht das mit der Werbung etwas ruhiger angeht. Momenten muß man da aber eher auf verschiedenen Wegen rangehen und verschiedene Ansätze wählen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Erlösmodell das ganze nicht trägt. Natürlich sind wir daran interessiert nicht zu abhängig von Werbung zu werden. Wir sehen ja bei der aktuellen Zeitungskrise, worauf das hinausläuft, wenn man überwiegend von Werbung abhängig ist. Wir sind überwiegend von unseren Lesern abhängig und das ist eine Abhängigkeit, die mir viel besser gefällt. Und natürlich will ich auch online gerne von meinen Lesern abhängig sein – und nicht von Werbungtreibenden.

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Zur Aufregung um das Radio Q Logo und die Reaktionen wird gerade viel geschrieben. Hier ein paar Links und ein Ausschnitt aus der aktuellen VISDP. Hier gibt es das ganze Magazin als PDF.

Viele Reaktionen in anderen Blogs und von Twitter werden von RIVVA gesammelt.

Update, 11:09 Uhr: Gerade bei Twitter gelesen – von @MZ_Muenster: Für die, die die MZ nicht gelesen haben: Warum ams gegen #RadioQ vorgeht, warum RadioQ sich nicht wehrt http://twiturl.de/glioag #logostreit

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Es geht um die Unterlassungserklärung die Radio Q veranlaßt hat, das Logo zu ändern. Wir haben überlegt, wie das Thema denn in Was mit Medien zu behandeln ist. Ignorieren? Das geht schlecht. Nur Radio Q zu Wort kommen lassen? Das geht überhaupt nicht! Ich habe den AMS-Geschäftsführer Uwe Wollgramm gefragt, ob er denn im “Was mit Medien”-Podcast die Geschichte erklären möchte. Das lehnte er ab, schickte mir aber eine Stellungnahme, die ich gerne veröffentlichen dürfte. Da sich ja viele gestern für meinen Kommentar zu diesem Fall hier im Blog interessierten, finde ich es gut, wenn jetzt auch seine Sicht der Dinge zu Wort kommt:

Viel Lärm um nichts. Selbstverständlich geht und ging es der Geschäftsführung der Lokalradio Betriebsgesellschaften in Ostwestfalen und im Kreis Warendorf nicht darum, ein Campusradio anzugreifen oder gar wirtschaftlich zu schädigen.

Zum Hintergrund: In den vergangenen 20 Jahren hat es etliche Wirtschaftsunternehmen, Vereine und gemeinnützige Organisationen gegeben, die ganz bewusst und unberechtigt die Logos unserer Lokalradios öffentlich genutzt haben, um für sich einen Vorteil zu erzielen. Sei es, um bei Veranstaltungen vorzuspiegeln, dass das Lokalradio offizieller Medienpartner oder gar Ausrichter ist. Oder um Sponsoren zu gewinnen.

Als kleine, fragile Lokalradios, die sich ausschließlich aus Werbeeinnahmen und Sponsorings finanzieren müssen, reagieren wir darauf aus Selbstschutz allergisch. Deshalb haben wir einen Markenrechtsanwalt damit beauftragt, unsere Wort-/Bildmarken auf Kollisionen hin zu überwachen. Und es passiert leider relativ häufig – nämlich mehrere Dutzend mal im Jahr – dass dieser Anwalt tätig werden muss. Er weist in solchen Fällen die Plagiateure und Trittbrettfahrer immer schriftlich auf die Rechtslage hin und holt eine Unterlassungserklärung ein.

So ist es auch im Fall von radio Q passiert. Der Vorsitzende des Trägervereins hat nach Eingang des Schreibens mit mir telefonisch Kontakt aufgenommen, und wir haben uns vernünftig geeinigt: Radio Q ändert sein Logo. Und wir verzichten auf Schadenersatzforderungen und Mahnkosten.

Wir möchten nicht unterstellen, dass die Ehrenamtlichen von Radio Q absichtlich unsere Bildmarke “abgekupfert” haben, um daraus für sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu ziehen. Aber es bestand ohne Zweifel eine Verwechslungsgefahr.

Als wir vor ca. fünf Jahren die Wort-/Bildmarken der Lokalradios aktualisiert und beim Patentamt Markenschutz angemeldet haben, wurde großer Wert darauf gelegt, Verwechslungsgefahren zu vermeiden. Deshalb haben wir von einer Grafik-Design Agentur den Schriftzug radio exklusiv für uns entwickeln lassen. Es handelt sich also um keinen Schriftzug, den es so zu kaufen gibt.

Radio Q hat enge Berührungspunkte mit dem Sendegebiet von Radio WAF. Das Campusradio ist in Teilen des Kreises Warendorf empfangbar, teilweise sogar im Kabelnetz. Radio Q hat zum Teil Sponsoren, die Werbekunden von radio WAF sind. Aus diesen Gründen halten wir es erforderlich, sich voneinander abzugrenzen.

Die Förderung von journalistischem Nachwuchs ist wichtig und eine Aufgabe, die unsere Lokalradios auch gern in Kooperation mit Hochschulen erfüllen. So z.B. radio WAF in Kooperation mit der Uni Münster. Die im Netz emotional geführte Diskussion zeigt, wie stark sich der Nachwuchs mit seinem Campusradio identifiziert. Sehr gut! Schade nur, dass bei so vielen Emotionen die journalistische Sorgfaltspflicht, gerade bei dem Artikel von Daniel Fiene, auf der Strecke geblieben ist. Wenn er vor Veröffentlichung in seinem Blog offiziell bei beiden Seiten nach einer Stellungnahme gefragt hätte, hätte man sich viel Aufregung sparen können.

Um zu unterstreichen, dass wir Radio Q nicht schaden wollen, habe ich dem Vorsitzenden des Radio Q e.V., Benedikt Meyer, bei der Erstellung eines neuen Logos kostenlos unsere Unterstützung angeboten.”

Uwe Wollgramm
Geschäftsführung
audio media service

Ich habe Herrn Wollgramm angerufen und mich für die Stellungnahme bedankt und noch einmal darauf hingewiesen, dass ich keine journalistische Sorgfaltspflicht verletzt habe, da ich ja nur persönlich gebloggt habe. Im Nachhinein denke ich: Ich hätte vorher doch bei der AMS anrufen sollen. Stattdessen war mein Blog-Eintrag ja ein bisschen so, als hätte ich direkt eine Abmahnung geschickt.

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Eigentlich wollte ich einen Artikel schreiben, der sich mit dem Thema befasst, wie sich Privatradios neue Geschäftsmodelle suchen – aber ich habe hier etwas viel haarsträubenderes: Ich surfe gerade durch das Netz und habe hier ein Suchbild für euch – was seht ihr hier?

Und hier?

Und hier?

Richtig – alles drei Angebote von Radio Q, dem Campusradio für Münster und Steinfurt.  Aber ohne Logo! Das mußte heute Nachmittag gelöscht werden. Es kam eine Mail vom Vorstand des Trägervereins mit der Bitte an alle Partner und Freunde des Senders, die alten Logos zu löschen.

Der Grund? Die Betriebsgesellschaften der sogenannten AMS-Sender in Ostwestfalen sehen in dem zu löschenden Logo von Radio Q  eine Kopie der eigenen Senderlogos. Die Hörer von Radio Bielefeld, Radio Gütersloh, Radio Herford 94,9, Radio Hochstift, Radio WAF, Radio Westfalica und Radio Lippe könnten ja durcheinanderkommen.

Schon alleine die Abmahngebühren wurden so hoch angesetzt, dass Radio Q als ehrenamtlich geführter Verein hätte dicht machen können. Ihr könnt euch vorstellen, was für eine Aufregung seit Tagen im Sender herrscht.

Selbst mich als Radio-Q-Ehemaligen regt das auf. So sehr, dass ich fast vergessen hätte, mal zu überlegen, wie sehr denn das Logo identisch ist … die Antwort?

Die Antwort macht diesen Fall noch absurder. Schaut selbst:

Es muß sich also um die Buchstaben “r” “a” und “d” gehen. Der Schrifttyp ist identlich – aber: Die Schriftstärke ist unterschiedlich, die Farbe ist unterschiedlich und auch die Positionierung ist eine ganz andere.

Ich frage mich da doch: Hat da jemand sein eigenes “r”"a”"d” ab!

Es ist doch so:

  • Radio Q sendet in Münster und Steinfurt.
  • Die AMS-Sender senden nicht in Münster und Steinfurt – sondern in ganz anderen Kreisen und Städten in Richtung Ost-Westfalen.
  • Radio Q ist keine kommerzielle Konkurrenz!
  • Radio Q ist keine Konkurrenz für die Einschaltquote!
  • Radio Q wird ehrenamtlich von Studenten betrieben – mit dem Ziel: Nachwuchs fördern!
  • Die Campusradios in NRW sind eine Plattform für den Nachwuchs – Nachwuchs auf den auch die Lokalradios angewiesen sind!

Wenn die AMS-Sender juristisch tatsächlich im Recht sind, dann hätte doch eine normale Kontaktanfrage in Richtung Radio Q genügt, oder? Die Generation, die jetzt bei Radio Q am Ball ist, habe ich stets als konstruktiv, offen und flexibel erlebt. Es gibt genügend Studenten, die Spaß daran hätten im Rahmen einer Studienarbeit dem Sender ein neues Corporate Design zu geben (das jetzt verbotene Logo ist auch von einer Studentin im Rahmen einer Hochschularbeit entstanden – die Arme!).

Soweit ich informiert bin, braucht Radio Q jetzt letztendlich kein Geld bezahlen (das Campusradio ist also gerettet!). Eine Unterstützung von  Experten der juristischen Fakultät der Uni Münster hat es möglich gemacht. Das Logo mußte dennoch weichen.

Liebe AMS-Sender, so geht man nicht mit Nachwuchs um!

Inwieweit der Radio-Nachwuchs jetzt noch Lust hat, mit Sendern zusammenzuarbeiten, die durch so undurchdachte Aktionen glänzen – das vermag ich nicht zu beantworten.

Update – es gibt eine Fortsetzung: Was die AMS zum Logo-Fall sagt.

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Ich teste ja gerade mit Begeisterung (und bin in Erwartung der baldigen Ernüchterung) das soziale Micropaymentsystem Flattr. Bei mir ist es hier und hier im Einsatz. (Lesetipp: Felix Schwenzels Flattr-Fazit nach seinem ersten Monat) Eine Frage beschäftigt mich aber: Was passiert, wenn das erste große Medium einsteigt. Sagen wir: Was passiert, wenn Spiegel Online Flattr in seine Artikel integrieren würde. Würden die kleinen Anbieter profitieren (weil mehr Leute Flattr kennen lernen) oder würden sie abgestraft (weil nur Spiegel Online die Masse des Geldes zu sich ziehen würde)? Was meint ihr?

Update: Auf Wunsch von Sachar hier mein Flattr-Button für dieses Blogposting :-)

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Die guten alten Radio-Communities – sollen Sender sich eine eigenen aufbauen oder auf den großen Plattformen engagieren? Eine spannende Frage, zu der ich das passende Panel beim Radiocamp 2010 moderieren konnte. Darüber habe ich ja schon geschrieben (hier oder hier), jetzt gibt es aber auch das Video von der Veranstaltung. Viel Spaß.

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Verzeihung, aber ich muß mal eben etwas berufliches hier in meinem Blog loswerden. Neben den redaktionellen Praktika gibt es bei uns im Sender ein spannendes Online- & Radio-Praktikum. Das ist eine Stelle, die sehr eng mit mir zusammenarbeitet und in den kommenden Wochen gibt es ein spannendes Projekt zu meistern. Leider hat der neue Praktikant für die nächste Woche abgesagt und deswegen suche ich jetzt auf diesem Wege kurzfristigen Ersatz. Wer also schon immer mal in die Online- und oder Radio-Welt reinschnuppern wollte, kann sich gerne bei mir melden. Es gibt auch eine Online-Stellenbeschreibung.

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Das Unlgück passierte vor zwei Wochen. Die Maschine von Polens Präsidenten Lech Kaczyński war auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Massakers von Katyń vor 70 Jahren und stürzte ab. Niemand der 96 Insassen überlebte das Unglück in Westrussland. Neben dem Präsidentenehepaar waren auch viele führende Köpfe des Staates mit an Board. In den ersten Tagen nach dem Unglück war das Thema selbst in den deutschen Medien omnipräsent. Aber wie umfassend aber auch schwierig muß die Berichterstt erst in Polen gewesen sein? Beobachter sprechen teils von medialer Staatstrauer.

Wir haben in der aktuellen Ausgabe vom Audio-Medienmagazin Was mit Medien mit dem polnischen Journalisten Bartosz Wielinski gesprochen. Er arbeitet im Auslandsressort der liberalen Zeitung Gazeta Wyborcza, für die er auch schon als Deutschland-Korrespondent in Berlin arbeitete. Er schildert die Konflikte, mit denen sich Journalisten in den letzten Tagen auseinandersetzen mußten. “Niemand hatte die Erfahrung, was bei so einer großen Katastrophe zu tun ist”, so Wielinski. Hier ist das Transkript aus dem Podcast – wie immer leicht gekürzt und geglättet.

Herr Wielinski, wie haben Sie die Berichterstattung um den Tod Ihres Präsidenten erlebt?

Bartosz Wielinski: Am Samstag herrschte in allen polnischen Medien der Ausnahmezustand. Schon wenige Stunden nach dem Tod haben wir bei unserer Zeitung eine Sonderausgabe herausgebracht. Am Sonntag auch. Normalerweise erscheinen in Polen am Wochenende keine Zeitungen. Wir haben diese Tradition nicht, aber das war ein Ausnahmefall. Das Fernsehen hat auch sofort das normale Programm unterbrochen. Es gab Sondersendungen mit Live-Schalten zu verschiedenen Orten in Russland, Polen und in anderen Ländern. Ich hatte dann am folgenden Donnerstag den Eindruck, dass die Leute von der Trauer ziemlich müde waren. Die Medien haben bis zum letzten Tag der Trauer die Katastrophe durchlebt und jede Facette mit ihrer Sonderberichterstattung besprochen. Das war  ziemlich schwierig. Die Redaktionen haben lange gearbeitet und es gab großen Druck. Das habe ich auch selbst erlebt.

Ich stell mir das in der Situation ziemlich schwer vor. Man kann ja in einer Redaktion viel vorbereiten und planen. Aber so einen Fall dann ja doch nicht – wußten Sie direkt, was zu tun war?

Alles war sehr spontan. Natürlich gibt es gewisse Prozesse die wir angewandt haben, aber niemand hatte die Erfahrung, was bei so einer großen Katastrophe zu tun ist. Besonders für das Fernsehen war das eine große Überraschung, denke ich. Die mußten direkt berichten und ihre Leute zu den unterschiedlichen Orten schicken. Das war deswegen wichtig, da die verstorbenen Abgeordneten aus den unterschiedlichsten Städten in Polen kamen. Aus Westpolen, aus Krakau und so weiter. Von dort sollten natürlich auch die Reaktionen der Leute gezeigt werden. Die Katastrophe war so enorm! Dieses Ereignis war so erschreckend, denn man hatte eine klassische Zeremonie in Katyń erwartet. Es sollte eine Rede von dem Präsidenten geben, wie auch eine heilige Messe. Aber eine Katastrophe mit einem Flugzeugabsturz war für alle undenkbar.

Mittlerweile sind schon ein paar Tage vergangen. Mittlerweile beherrschen andere Themen auch wieder  die polnischen Medien. Wenn Sie rückblickend die Berichterstattung aller Medien reflektieren, fanden Sie die angemessen, oder hatten Sie manchmal auch den Eindruck, dass Ihre Journalistenkollegen manchmal ihre Position verlassen oder gar ihre Objektivität zum Teil über Board geworfen haben?

Nein, auf keinen Fall. Das muß man unterscheiden. Kaczyński war in Polen vor der Katastrophe eine sehr umstrittene Person. Er wollte für die nächste Amtszeit kandidieren. Laut den Umfragen war er aber chancenlos. Es war klar, dass er nicht wiedergewählt werden würde. Meine Zeitung gehört zum Lager der liberalen Zeitungen und wir hatten verschiedene Streitpunkte mit dem Lager des Präsidenten. Die Auseinandersetzungen waren manchmal sehr heftig – oder sagen wir: Wir waren nicht befreundet. Als Kaczyński starb, hat zunächst niemand über Politik gesprochen. Es war dann nicht mehr wichtig, dass er umstritten war. Die sehr kritischen Medien versuchten die positiven Seiten seiner Amtszeit zu zeigen. Es gibt eine Maxime in Latein, dass man über Tote nur das Gute sagen soll. Das haben alle Medien gemacht.

Nach den ersten vier Tagen wurden die Berichte leider politischer. Dann wurde der Nachfolger von Lech Kaczyński gesucht. Es war nicht sicher, ob es sein Bruder oder irgendjemand anderes wird. Es wurden auch einige Verschwörungstheorien veröffentlicht und es gab einen Streit über den Ort seines Begräbnisses. Er wurde dann in Wawel, im Schloss von Krakau beerdigt. Das ist der Ort an dem polnische Könige und Nationalhelden begraben sind. Diese politischen Streitigkeiten hätten in der Berichterstattung vermutlich vermieden werden können. Mißtrauen gab es in die Berichterstattung aber nicht. Man kann sagen, dass die polnischen Medien während der Trauerzeit einig und sehr angemessen waren. Man hat sich darum gekümmert, ein positives und objektives Bild vom Präsidenten zu zeichnen. Die zweite Seite seiner Persönlichkeit stand im Hintergrund.

Problematisch fand ich, dass sich ein Teil der Medien nur auf Lech Kaczyński selbst fokussiert hat. Er war aber nicht der Einzige, der bei dem Flugzeugabsturz starb. Das finde ich falsch. Das war auch eine Tragödie für viele andere polnische Familien und Städte, die ihre besten Söhne , Töchter und Abgeordneten verloren haben. Meine Zeitung hat sich sehr viel Mühe gegeben, auch über die anderen Persönlichkeiten aus dem Senat, vom Militär und von der Nationalbank zu berichten. Immerhin waren sie die Elite des Landes. Das darf man nicht vergessen.

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Morgen bin ich beim Radiocamp 2010 in Hamburg! Radio – Chancen und Innovationen im Netz ist das Motto der zweiten Ausgabe. Schon im letzten Jahr fand ich extrem gut, dass das eine Veranstaltung ist, auf der “die alten Hasen” einer Gattung auf die “Online-Jungspunde” treffen. Das war sehr inspirierend. Deswegen freue ich mich schon auf die Veranstaltung in diesem Jahr. In Was mit Medien werde ich übrigens auch berichten.

Die Selbstbeschreibung:

Radio im Wandel – Yes We Can :-) . Formen und Formate, Konzepte und Technologien, Konvergenz, Mobile, Internet und Digitalisierung, Marketing und Vermarktung, Hörermessung und Reichweiten, GEMA und GVL, … das Spektrum der Themen ist groß, und alle Teilnehmer sind eingeladen, ihre Themen miteinzubringen.

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