re:publica2010

#radiocamp2010 – Überraschung am Rande: Podcasting nimmt zu!

Podcasting ist in Deutschland auf dem absteigenen Ast? Das erste Mal seit 2006 werden wieder mehr neue Podcasts veröffentlicht. Der Fall nach dem Hype sei vorbei, so Fabio Bacigalupo von podcast.de. Er hat erklärt, warum Podcasting unbedingt zu den Social-Media-Aktivitäten der Radiosender dazugehören sollte. Hier ein paar Insights aus seiner Präsentation:

  • Er verzeichnet gut 3.000 Podcasts, die regelmäßig neue Episoden veröffentlichen.
  • 4.000 Podcasts halten ihre Episoden weiter vor, stellen aber keine neuen Audios zur Verfügung.
  • Nach dem Riesen-Peak im Jahr 2006 ging Jahr für Jahr die Zahl der neuen Podcasts zurück.
  • 2010 ist die Zahl das erste Mal im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen.

Diese Infos decken sich auch mit meiner Beobachtung, dass Podcasting für viele Anbieter inzwischen eine Selbstverständlichkeit geworden ist und sich ebenso in den Alltag vieler Nutzer etabliert hat.

Quelle: Die 14 Uhr Veranstaltung:
Warum Podcasting im Social Media-Mix eines Radiosenders nicht fehlen sollte! Der große Hype ums Podcasting ist bekanntlich vorbei. Das Interesse an guten Podcast-Angeboten dagegen steigt ständig. Die Podcast-Nutzung wird immer vielseitiger und dank guter Integrationen immer einfacher. Fabio Bacigalupo (Gründer podcast.de) gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Podcasting, bringt aktuelle Zahlen aus der Podosphäre mit und zeigt, warum es für Radiosender Sinn macht, Podcasts fest im Social Media-Mix zu verankern.

1 comment23. April 2010 at 16:08

#rp10 – jeff jarvis nachlese

Die Kollegin Eleni Klotsikas hat ein Interview mit Jeff Jarvis geführt und die Videofassung ist jetzt in der WDR-Mediathek veröffentlicht worden. Das Video dauert 7 Minuten und ist super interessant.

(Lustigerweise ist als Ortsmarke mein Wohnviertel angegeben worden. Was soll mir das wohl sagen?)

Meine Notizen zum re:publica-Vortrag von Jarvis gibt es hier (inkl. Audiofassung des Vortrags).

(Mir ist im Nachhinein aufgefallen, dass Jarvis in meiner diesjährigen re:publica-Berichterstattung kaum eine Rolle gespielt hat. Ich finde seine Aussagen wichtig, aber irgendwie war wohl schon alles gesagt – und die anderen Sprecher scheinen mich mehr fasziniert zu haben.)

0 comments21. April 2010 at 09:27

#rp10 – tag01 – 20:30 Uhr – sascha lobo in how to survive a shitstorm

Der zweite Nerd-Vortrag mit praktischer Lebenshilfe (der andere siehe dort): Sascha Lobo spricht über “How to survive a shitstorm” – also was tun, wenn sich Trolle im Netz einen selbst zum Spielzeug auswählen. Sehr kurzweilig, sehr lustig und sehr wahr. Auch hier ist Lobo ein Experte. Spannend fand ich, dass er sogar die Identität von zwei Trollen öffentlich gemacht hat, die ihn in letzter Zeit belästigten (siehe sein Blogeintrag). Hier ein Videoausschnitt mit dem Teil, in dem Lobo tatsächlich erklärt, wie man einen Shitstorm überlebt.

(Bemerkenswert war übrigens, wie voll am Freitagabend der Friedrichstadtpalast bei dem Lobovortrag war. Jeff Jarvis und Miriam Meckel haben nicht mehr Zuschauer angezogen. Und bei über-spannenden internationalen Sprechern war der Friedrichstadtpalast ziemlich leer. Mich würde nicht wundern, wenn Markus Beckedahl jetzt sagt: “Seht ihr, erst beschwert ihr euch, dass wir ‘immer die gleichen Nasen’ einladen und dann sind genau die das, die den größten Saal füllen.”)

0 comments18. April 2010 at 08:17

#rp10 – tag01 – 16:30 Uhr – lorenz lorenz-meyer mit upgrading political journalism

Printjournalisten befüllen ihre Internetseiten wie Zeitungseiten, Radiomacher packen Sounds auf die Webseite und Fernsehmacher publizieren eine Mischung aus Programmzeitschrift und Videoabspielstation. Nur wenige würden mir wiedersprechen, dass bekannte journalistische Konzepte einfach auf das Netz übertragen werden. Online-Journalismus-Professor Lorenz Lorenz-Meyer geht weiter. Er kritisiert, dass bestimmte Funktionen des Netzes sogar ignoriert werden, obwohl diese den politischen Journalismus förderten. Darüber habe ich mich mit ihm nach seinem Vortrag “Upgrading Political Journalism” gesprochen.

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0 comments17. April 2010 at 14:50

#rp10 – tag 01 – 15:30 Uhr – peter kruse – what’s next – wie die netzwerke wirtschaft und gesellschaft revolutioneieren

Foto: daniel_seiffertProfessor Peter Kruse (Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen und Chef des Methoden- und Beratungsunternehmen nextpractice) hat einen der wichtigsten Vorträge auf der re:publica gehalten. Bei vielen Teilnehmern (auch bei mir) gab es einen Aha-Moment: Professor Kruse konnte erklären, warum das Internet tasächlich von einigen als “Gefahr” wahrgenommen wird – andere hingegen vor Optimismus sprühen. Inkompatible Wertemuster sind die Ursache dafür. Mit digital natives und immigrants hat das nur noch wenig zu tun.

Ich habe mit Peter Kruse nach seinem Vortrag gesprochen und ihn gefragt, warum er viele Diskussionen über das Internet in Deutschland unproduktiv findet.

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Hier sind seine Präsentationsslides:

republica2010

Ein Vortragsvideo habe ich auch bei What's next gefunden. Das ist das Blog von seiner Firma.

Ein weiteres Interview mit Peter Kruse hat Philip Banse geführt.

0 comments17. April 2010 at 14:23

#rp10 – tag 01 – 15 Uhr – kathrin passig mit wie man leuten nichts beibringt

Zwei Veranstaltungen mit viel Augenzwinkern und praktischer Nerd-Lebenshilfe haben mich auf dieser re:publica erfreut. Eine von denen ist der Vortrag “Wie man Leuten nichts beibringt” von Kathrin Passig (Bekannt zum Beispiel vom Blog Riesenmaschine und durch das Buch Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin) gewesen.

Das Problem hat ja zwei Seiten. Es gibt “Experten” die ihr in den letzten 48 Stunden erworbenes Wissen über Quantenphysik der Umwelt mitteilen wollen, dabei aber eher das eigene Wissen vertiefen wollen und die Umwelt eher verwirren. Auf der anderen Seite wird man selbst als Nerd ständig für Probleme zurate gezogen oder fühlt sich verpflichtet einzuspringen, weil es die Umwelt erwartet. Hilft man falsch, bringt dies oft mehr Arbeit mit sich (nochmal erklären, selbstmachen oder Folgeaufträge)

Hier sind die Notizen zu Kathrins Vortrag.

A. Der falsche Anlass
- Kein Thema ist interessant. (Interesse ist seltsames und scheues Tier, das auf Umwegen zum Menschen kommt)
(“ansteckende Begeisterung” wird öfter genannt als Begeisterung die tatsächlich tatsächlich ansteckt.)
- Kein Problem lösen, das der andere gar nicht hat.
- Kein Problem lösen, das der andere noch nicht erkannt hat. (Oft ein Prozess von Jahren!)
- Kein Problem lösen, das gar nicht gelöst werden soll.

B. Die eigennützige Motivation
- Fürs eigene Lager rekrutieren
- Nachträgliche Prokrastiantions-Rechtfertigung
- Topcheckertum (Man will nicht, dass der andere etwas dazu lernt)
- Fickwunschverdacht (klassische gemischte Motivation – der unattraktive bekommt deutlich weniger beigebracht) (WordPress-Vergleich: Du brauchst jetzt nicht mehr WordPress zu können, du hast ja mich)

C. Die ungeschickte Durchführung
- Andere Leute, andere Lösungen.
- Your’re doing it wrong!
- Objektorientiert Programmierung in 10 Minuten
(In den Kopf der meisten passen nur ein bis zwei kleine Einsichten pro Tag rein)
- Den Tachyonenfluxkomensator auf die vorderen Deflektorschilde umlenken
a) Auch bei selbstversändlichen Dingen nachfragen
b) Auf einer Art und Weise nachfragen, dass der Andere sich nicht dumm vorkommt (“Haben Sie auch tatsächlich den Stromstecker vom Fernsehgerät eingestöpselt?”)
- Ich mach dir das mal schnell

Checkliste (so bringt man Leuten dann doch was bei)
I. Abwarten, bis jemand ein Problem hat.
2. Abwarten, bis er das Problem erkennt. (Jahre)
3. Abwarten, bis er fragt. (Jahre)
4. Abwarten, bis man das Problem verstanden hat.
5. Das Problem lösen.

0 comments17. April 2010 at 13:50

#rp10 – mein sendeplan

Foto: cc_daniel seiffert
Meine Berichte zur re:publica findet ihr übrigens hier:

Samstag, 17. April, 15:05 Uhr
Bericht für WDR 5 Töne, Texte, Bilder. Anschließend auch als Podcast verfügbar (direkte MP3-Datei). In der gleichen Sendung gibt es auch ein Portrait über Keynote-Speaker Jeff Jarvis von der Kollegin Eleni Klotsikas.

Samstag, 17. April, 18:00 Uhr
Radio Eins Medienmagazin mit Jörg Wagner. Zusammen schlendern wir noch einmal akustisch über die re:publica. Am Sonntag / Montag erscheint die Sendung auch als Podcast. Eine Wortfassung gibt es auch im Inforadio – am Sonntag (18. April) um 08:45 Uhr, 13:45 Uhr, 23:45 Uhr. Update: Der Podcast ist online (MP3-Datei).

Sonntag, 18. April
Was mit Medien – das Medienmagazin. Episode 209 mit Herrn Pähler und mir. Es gibt viele Interviews u.A. mit Professor Peter Kruse und das einzige Interview (sagte  Johnny), das Tanja und Johnny Haeusler gemeinsam gegeben haben. Radio-Kollege Felix Hügel kommentiert auch seine Sicht auf die diesjährige re:publica. Update: Der Podcast ist online (Web, RSS, MP3-Datei)

Montag, 19. April, 18:00 – 20:00 Uhr
Die Sendung mit dem Internet bei Antenne Düsseldorf. Mit vielen Themen und Interviews, die ich mit Franziska Bluhm aufgenommen habe. Die Sendung gibt es auch anschließend auch als Podcast.

0 comments17. April 2010 at 12:31

#rp10 – tag 03 – 09:59 Mein Tagesplan

10:00 Uhr – The Bigger Picture: Was hat Google noch zu bieten? Maps, Apps und mehr (Quatsch Comedy Club)
11:00 Uhr – Revolution im Kopf – Götz Werner (Friedrichstadtpalast)
12:00 Uhr – “This object cannot be liked” – über die Grenzen menschlichen Ermessen und das Ermessen menschlicher Grenzen – Miriam Meckel (Friedrichstadtpalast)
14:00 Uhr – Datajournalism and the Guardian. How we crowdsourced 450,000 official documents and how we plan to work with open government data in the future. (Quatsch Comedy Club)
15:00 Uhr – Vom Livestream zum Lifestreamund was das für die Medien bedeutet. Fiete Steegers, Markus Heidmeier, Ralf Müller-Schmid, Tim Pritlove (Quatsch Comedy Club)
17:00 Uhr – Daten-Journalismus in der Praxis – Einführung in Data-Driven-Journalism und der Einsatz von Datensätzen in Blogs und anderen Online-Medien (Lorenz Matzat) (Blauer Saal)

0 comments16. April 2010 at 09:07

#rp10 – tag 02 – meine merkliste

10:00 Uhr Web 2.0 Kritik und Politik der Netzkultur – Über die deutsche Medientheorie und lamentierende Blogger – mit Geert Lovink (Quatsch Comedy Club)
11:00 Uhr US-Media: Tales from the Battlefield. Mark Glaser and the American Media Landscape. (Quatsch Comedy Club)
12:00 Uhr MakerBot: The Robot that Sharing Built. The Open Source Personal Fabrication Revolution.
14:00 Uhr Wikileaks: History is the only guidebook civilization hasbut who is the publisher? Daniel Schmitt (Friedrichstadtpalast)
15:00 Uhr Was am Internet in Deutschland wirklich hassenswert ist (Anne Roth, Bov Bjerg, Carolin Buchheim, Jens Scholz) (Workshop 2)
16:00 Uhr Playful Cities Johannes Kleske, Igor Schwarzmann (Workshop 2)
17:00 Uhr Deutsches Fussball-Bloggen im Jahr der WM (Podium) (Kleiner Saal)

1 comment15. April 2010 at 08:25

#rp10 – tag 01 – 21:59 Uhr Zwischenfunk

Leider hat das Internet heute Nachmittag so gar nicht funktioniert, deswegen konnte ich noch gar nicht alle meine Artikel online stellen. Jetzt muß ich aber erst einmal zur Party und reiche die restlichen Artikel aber noch nach!

0 comments14. April 2010 at 21:00

#rp10 – tag 01 – 12:00 Uhr – Jeff Jarvis

Ich war sehr auf den Vortrag von Jeff Jarvis gespannt. Der Titel The German Paradox – Privacy, publicness, and penises. Und ich wurde sehr gut unterhalten! Jeff Jarvis rief dazu auf, den Medienwandel rund um das Internet als Chance zu begreifen und sich nicht vor lauter Angst zu verkriechen. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir zwar mehr Tiefe gewünscht, aber insgesamt war das eine sehr frische Veranstaltung, die der re:publica gut getan hat.

Aus meinen Notizen werde ich noch einmal etwas in Ruhe schreiben. Hier ist erst einmal der Audiomitschnitt.

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Update: Einige Hörer hatten ein Problem mit der Datei (die brach nach 6 Minuten ab). Ich habe das Problem befunden und behoben. Außerdem habe ich einige Fotos von Jörg Wagner ergänzt - vielen Dank für die Einsendung!

1 comment14. April 2010 at 20:57

#rp10 – tag 01 – 10:00 Uhr – Begrüßung

Hallo – Hallo – Hallo – Hi – das waren die ersten Worte der re:publica! Eine freundliche, kurze Begrüßung durch das Orga-Team bei der (natürlich) wieder Rekordzahlen verkündet wurden. Immerhin: Diesmal kommen die Speaker aus zahlreichen Ländern – irgendwas im mittleren zweistelligen Bereich. Fast alle Kontinente sind vertreten. Australien fehlt, da Julian Assange von Wikileaks einer seiner raren Auftritte abgesagt hat. Auch Frank Westphal von Rivva ist leider (wieder?) krank. Aber die Stimmung war trotzdem schon bei der Begrüßung gut. Herzliches gab es auch vom Medienboard Berlin Brandenburg: “Gebe es die re:publica nicht, müßte man sie erfinden” – das ist zwar eine Floskel, stimmt aber trotzdem.

0 comments14. April 2010 at 20:25