fiene & facebooks kampf gegen heftig-schlagzeilen (und wieso wieder inhalt zählt)

Hefti.co, Huffington Post, Buzzfeed und auch so manche deutsche Medienseite — ihr müsst euch warm anziehen und eure Facebook-Guidelines anpassen oder gar an eure Geschäftsmodelle ran, es zählen jetzt wieder Inhalte in diesem Internet …

… für Nutzer ist es aber eine gute Nachricht: Facebook killt Click-Baiting-Überschriften!

In den kommenden Wochen und Monaten treten zwei Änderungen in Kraft, die die Art und Weise verändern, wie Inhalte-Anbieter ihren Content bei Facebook posten, um Erfolg zu haben. Das hat Facebook jetzt in seinem Pressebereich aufgeschrieben.

Änderung 1: Der Kampf gegen Click-Baiting!

Ihr kennt sie alle, werdet sie aber künftig weniger in eurem Facebook-Feed sehen, weil das Netzwerk Links wie im folgenden Beispiel nicht mehr verbreiten möchte:

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Nicht nur werden künftig Satire-Meldungen gekennzeichnet, auch Postings im Heftig-Style werden gefiltert: Wenn der Nutzer den Inhalt der Geschichte erst versteht, wenn er auf den Link geklickt hat, dann will Facebook das Posting weniger ausspielen (oder gar ganz filtern).

  • Wie setzt Facebook diese Änderung um? Zwei Messgrößen spielen eine Rolle: Facebook misst die Verweildauer der Leser auf der Seite. Wenn die Leser nur kurz klicken und dann direkt zurückkehren, spricht die kurze Verweildauer für eine Enttäuschung über den Inhalt. Also filtert Facebook! Außerdem spielt die Click- und Interaktions-Ratio eine wichtige Rolle. Wenn überdurchschnittlich viele Nutzer klicken, aber nicht liken oder kommentieren, dann ist das für Facebook auch ein Zeichen für Click-Baiting. Ich gehe davon aus, dass Facebook weitere Messgrößen einfließen lässt.
  • Was heißt das für uns Inhalte-Anbieter? Facebook selbst gibt an, dass nur eine kleine Gruppe von Anbietern von dieser Änderung im größeren Maße betroffen sein wird. Mein Tipp: Wer aber hin und wieder ein Rätsel-Teaser verfasst, sollte dennoch genau auf die Reichweite achten. Wenn diese Postings überdurchschnittlich wenig an die Nutzer durchgestellt werden, würde ich auf die Rätsel-Teaser direkt verzichten. Das kann dem Gesamterfolg der Seite langfristig schaden.
  • Was ist von dieser Änderung zu halten? Facebook begründet den Schritt mit dem Ergebnis einer Umfrage: 80% bevorzugen demnach Überschriften, “die ihnen bei der Entscheidung helfen, ob sie einen ganzen Artikel lesen wollen, bevor sie klicken”.  Seien wir aber ehrlich: Facebook dürfte diese Änderung nicht aus Liebe zum Nutzer durchführen. Jede Änderung wird erst bei einem Teil der Nutzer getestet. Dabei wird das Verhalten  genau analysiert. Augenscheinlich muss Facebook bei diesen Tests zu dem Ergebnis gekommen sein, dass sich Facebook-Nutzer ohne Click-Baiting-Headlines  wohler fühlen: Sie verbringen längere Zeit auf Facebook, oder schauen häufiger vorbei. Vermutlich weil sie die letzte Klick-Enttäuschung nicht davon abhält. Interessant: Facebook sieht Handlungsbedarf und muss lernen, was Click-Baiting-Inhalte sind, wohingegen die Nutzer es nicht gelernt haben, diese Rätsel-Teaser zu meiden. Sonst würden diese Inhalte die Facebook-Mechanismen nicht so erfolgreich ausnutzen.

Änderung 2: Klassische Links werden wertvoller als Foto-Links

Alle Welt redet jetzt bestimmt über das mögliche Aus vom Prinzip “Heftig.co” – wesentlich spannender finde ich aber die zweite Änderung: Es gibt zwei Arten, um Links auf Webseiten zu posten. Ich kann entweder ganz klassisch einen Link posten, indem ich zunächst eine URL in das Textfeld kopiere und dann eine Vorschau erhalte. Ich kann aber auch ein Foto hochladen und dann nachträglich einen Link in der Beschreibung ergänzen. Künftig will Facebook die erste Variante deutlich bevorzugen.

  • Wie setzt Facebook diese Änderung um? Ordentliche Link-Postings sollen künftig deutlich bevorzugt werden. Entdeckt Facebook einen Link in einem Beschreibungstext zu einem Video oder einem Foto, wird dieser Inhalt nicht mehr bevorzugt ausgespielt.
  • Was heißt das für uns Inhalte-Anbieter? In Seminaren haben wir bisher gelernt, dass besonders Fotos und Videos bei Facebook erfolgreich sind. Da Links bisher immer weniger Beachtung fanden, haben viele Inhalte-Anbieter Fotos gepostet und darin einen Link untergebracht, um so für eine größere Verbreitung zu sorgen. Das ist künftig nicht mehr nötig. In der Zwischenzeit hat Facebook den Stil der Links durch die schönen Vorschauen deutlich verbessert. Wenn jetzt auch normale Links besser ausgespielt werden als die anderen Foto- oder Video-Postings mit einem Link in der Beschreibung, ist dieser alte Trick nicht mehr nötig.
  • Was ist von dieser Änderung zu halten? Mich freut diese Änderung aus zwei Gründen. Einmal erkennt Facebook den Wert von Links an und zwingt mich als Inhalte-Anbieter nicht, alles bei Facebook zu posten. Das Netzwerk dürfte erkannt haben, dass die Leute auch so zurückkommen, wenn sie dort spannende Inhalte finden – sie müssen dazu nicht gefangen gehalten werden. Dann gibt es noch einen rechtlichen Vorteil: In vielen Fällen habe ich die Rechte an einem Foto für meine Domain. Ich kann oft nicht das Foto extra bei Facebook hochladen, um den Artikel zu bewerben. Ein Graubereich. Mit der Vorschau linkt Facebook auf das Foto auf meiner Domain – ich kopiere es nicht rüber. Aus Sicht der Inhalte-Anbieter ist das sauberer.

Mich freuen diese Änderungen. Facebook schätzt stärker gute Inhalte und gönnt uns Inhalte-Produzenten die Klicks auf unsere Angebote. Ein gutes Zeichen. 

 

fiene & die angst vor wissen außerhalb der eigenen blase

In Twitterland gibt es gerade Aufregung. Twitter zeigt seinen Nutzern künftig Tweets von Leuten an, denen nicht gefolgt wird. Hierzu sind verschiedene Artikel rumgereicht worden, wie dieser bei TheAtlantic.com.

Die Reaktionen vieler Twitter-Nutzer verstehe ich nicht. Ich halte sie für kurzsichtig. Vor lauter Emotionalität schreiben einige Ankündigungen wie diese:

Womit dann die abgestraft werden, die nichts dafür können.

Liebe Netzgemeinde, denkt doch mal nach.

In der bisherigen englischen Fassung der Erklärung “What’s a Twitter timeline“? war folgendes zu lesen:

Note: You may see content from accounts you do not follow, such as promoted Tweets, Retweets from accounts you follow, or content that may be relevant to you. Read more about promoted Tweets here, and Retweets here.

Bisher haben wir auch fremde Tweets gesehen, wenn es sich um Werbeanzeigen oder Retweets handelt(e). Jetzt gibt es die folgende Ergänzung:

Additionally, when we identify a Tweet, an account to follow, or other content that’s popular or relevant, we may add it to your timeline. This means you will sometimes see Tweets from accounts you don’t follow. We select each Tweet using a variety of signals, including how popular it is and how people in your network are interacting with it. Our goal is to make your home timeline even more relevant and interesting.

Screenshot 2014-08-20 11.29.13Wenn Twitter also feststellt, dass ein Tweet derzeit für viel Beachtung sorgt, kann dieser auch in unserer Timeline angezeigt werden. Ich begrüße das. Ich möchte wissen, was um mich herum passiert, was andere Leute gerade beschäftigt und welche Themen gerade aufkommen. Durch eure veränderte Twitter-Nutzung ist das in letzter Zeit zu kurz gekommen.

In letzter Zeit habe ich mich öfters geärgert, dass viele sich zum Sendemedium zurückentwickelt haben. Es wird nur noch verkündet, weniger interagiert. Früher waren mehr Retweets.

Anders gesagt: Wenn ihr nur favorisiert und nicht mehr retweetet, dann nehmt ihr euren Followern die Chance, gute und neue Inhalte zu entdecken. Ihr seid also selbst schuld, wenn Twitter der veränderten Nutzung Rechnung trägt und die Funktionsweise der Timeline anpasst.

Tweetdeck-Nutzer kennen die Aktivitäts-Spalte, in der schon jetzt favorisierte Tweets von Followern auftauchen. Ich habe da schon spannende Dinge entdeck. Warum soll das nicht für alle gut sein?

Das hat natürlich zur Folge, dass das Favorisieren jetzt andere Auswirkungen hat. Einige nutzen es als “Gefällt mir”-Funktion. Für andere ist es ein Lesezeichen. Ganz andere aktivieren damit ihre Kaffeemaschinen. Jetzt müssen wir im Kopf haben: Wenn ich etwas favorisiere, ist dies auch für andere stärker sichtbar.

Während bei Facebook die Umgewichtung des Newsstreams zur Folge hat, dass dann weniger Platz für Inhalte von Freunden ist, ist dies bei Twitter wegen der weiterhin chronologischen Ansicht nicht der Fall.

Die Angst vor fremden Tweets in der eigenen Timeline ist mir unerklärlich. Was ist schlimm daran, wenn es mehr Wissen gibt, als es die eigene Filterblase zulässt? Manchmal macht mir das Kleinbürgertum der Netzgemeinde Angst.

fiene & auf zum ard ifa-radio 2014

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Kleine Anwesenheitsnotiz: Ich bin in diesem Jahr wieder beim ARD IFA-Radio dabei.

Ich habe mir gerade noch einmal die Fotos aus dem letzten Jahr angeschaut und in dem Moment ist meine Vorfreude extrem angestiegen – denn in diesem Jahr gibt es wieder dieses kleine, liebenswürdige Popup-Radio an gleicher Stelle, auf der gleichen Welle und mit der gleichen wunderbaren Crew. Zwar suche ich für mich noch eine kleine Airbnb-Bleibe, aber dafür steht der Rest.

Seid ihr auf der IFA? Dann sagt Hallo! Im letzten Jahr sind Hörer oder Leute aus diesem Internet einfach vorbeigekommen und das war sehr nett. Auch einige PR-Leute haben natürlich auf ihre IFA-Themen aufmerksam gemacht, was im taktvollen Rahmen natürlich völlig okay ist. Würde mich freuen, wenn die IFA wieder so ein bunter Kontakt-Ort wird. Kommt deswegen gerne zur IFA, Halle 2.2, dort findet ihr den Digitalradio-Stand bei der ARD (05.-10. September, Messe Berlin).

Wir senden wieder aus dem gläsernen Tipi! Das IFA-Radio von der ARD und vom Deutschlandradio funkt live von 10 bis 18 Uhr bundesweit im Digitalradio und im Netz. Ab 10 Uhr hört ihr Jörg Wagner, ab 13 Uhr Anja Goertz und ab 16 Uhr hört ihr Richard Gutjahr und mich. Dazu viele Reporter-Stimmen, die ihr von Radio Eins kennt. Ein paar Infos gibt es noch bei der Radioszene.

Und wenn alles klappt, melden sich Herr Pähler und ich auch am Samstag von der IFA in Endlich Samstag bei DRadioWissen – wie immer 10-14 Uhr.

Habt ihr Tipps für die IFA, was sollten wir uns unbedingt anschauen und wem sollten wir mal auf die Finger schauen? Hinterlasst eure Tipps gerne in den Kommentaren.

 

 

fiene & claus kleber, twitter-superstar!

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Während ich das 6:0 7:0 7:1 für Deutschland gegen Brasilien verdaue, müssen wir noch einmal über Claus Kleber reden. Bekannt aus der Halbzeitpause. Während er durch das Heute-Journal moderierte, fiel mir ein Gespräch von heute Nachmittag mit meinem Kollegen Marc Hippler ein. Jetzt ist mir klar: Claus Kleber, was bist du für ein Twitter-Superstar!

Seit wenigen Wochen ist Mr. Heute-Journal auf Twitter aktiv. Mit nur 57 Tweets hat er erreicht, was Netzpolitik nicht in 22.000 Tweets geschafft hat, geschweige denn Barack Obama mit seinen 44 Millionen Followern! Und ich meine nicht seine Tweets von seiner hektischen Reise zu Hillary Clinton, aus denen sich andere Journalisten Schaum vor den Mund geschrieben haben. Zu Günther Jauch ist sie schließlich persönlich gekommen.

Ist euch schon aufgefallen, dass Claus Kleber Tweets manchmal an sich selbst schreibt? Er beginnt mit “@clauskleber”.

Und dieser Tweet ist keine Ausnahme. Siehe hier:

Oder hier:

Und nicht zu vergessen hier:

Warum macht er das? Hat ihm niemand erklärt, dass er das nicht braucht? Oder drückt er in seiner Twitter-App lieber auf “Antworten”, wenn er einen seiner Tweets schreiben möchte, als auf “Neuen Tweet verfassen”?

Der Witz ist: Die Lösung ist einfach und genial zu gleich. Darauf scheint vorher noch niemand gekommen zu sein. Selbst Chuck Norris oder Hans Sarpei haben das noch nicht geschafft: Die 140-Zeichen-Grenze von Twitter zu sprengen.

Wie ich das meine? Immer wenn wir auf einen Tweet antworten, entsteht eine Referenz auf den vorigen Tweet. Wenn wir eine Antwort im Web oder in der App lesen, können wir den vorigen Tweet sehen. Dies funktioniert auch bei der Antwort auf eigene Tweets. Das habe ich so aber noch nicht gesehen. Claus Kleber ist die Ausnahme – er schafft es so, Verbindungen zu älteren, aber inhaltlich passenden Tweets aufzubauen.

So wird ganz neues Storytelling möglich.

Während viele Twitter-Neulinge ein paar Monate brauchen, um das Prinzip des Netzwerkes zu verinnerlichen, hackt Kleber Twitter mit dessen eigenen Waffen Twitter und schafft etwas, was wir langjährige Twitter-Nutzer weder entdeckten, geschweige denn im Twitter-Alltag praktizieren. Hut ab!

Ob dieser Praxis den Durchbruch gelingt? Sich selbst zu antworten klingt sehr selbstreferentiell. Aber das passt ja auch in die Welt der Social-Media. Immerhin: Bezüge schaffen Kontext und bereichern die Vermittlung von Inhalten.

Einen Vorschlag für eine Bezeichnung des Self-Replys hätte ich auch schon: Einen Tweet ranklebern.

fiene & briefe meines chefredakteurs aus new york

Was bei dem ganzen Silicon-Valley-Hype vergessen wird: Aus journalistischer Sicht ist die US-Ostküste viel spannender. Substanz von Hype in Bezug auf die Valley-Welt an der US-Westküste trennten wir schon vor ein paar Wochen in einer “Was mit Medien”-Sendung. Jetzt möchte ich eure Aufmerksamkeit auf die Ostküste lenken. 

In der vergangenen Woche war mein Chefredakteur Michael Bröcker in New York. Mit einigen Kollegen ging es auf große Tour: Die Chefredakteure besuchten traditionelle Medien und journalistische Startups und fühlten ihren Gastgebern auf den Zahn, wie sie dem Medienwandel begegnen. Bröcker hat in seinem täglichen Newsletter “Stimme des Westens” (holt euch hier den Newsletter) täglich ein paar Eindrücke an unsere Leser verschickt. Verpasst? Kein Problem! Hier ist die Sammlung der Briefe meines Chefredakteurs aus New York: 

1. Juli — Brief aus New York

Heute schreibe ich Ihnen aus New York, meiner persönlichen Hauptstadt der Welt. Die impulsierende und zugleich selbstbewusste und gelassene US-Metropole ist ein urbanes Wunder. Dieses Mal bin ich auf “Bildungsreise”. Die renommierte Fachzeitschrift für Journalismus, das “Medium Magazin“, hat unter Leitung von Chefredakteurin Annette Milz für einige Medienschaffende aus dem “alten Europa” eine Tour zu den Informationsverkäufern der “neuen Welt” organisiert. New York Times, Forbes, Buzzfeed, ProPublica, you name it. Die Gretchenfrage der Medienbranche wird auch jenseits des Atlantiks gestellt: Wie sieht der Journalismus der Zukunft aus? Und: Wer bezahlt ihn? Raju Narisetti, Vize-Präsident von Newscorp (u.a. Wall Street Journal) gab uns gleich zu Beginn eine wichtige Botschaft mit: “Show confident in your content!” Zuversicht und der Glaube an das eigene Produkt. Unsere journalistischen Inhalte haben einen Wert (und deshalb einen Preis). Egal auf welchem Weg Nutzer sie konsumieren. Die Kollegen des Wall Street Journal gehen so weit, dass sie von den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und LinkedIn Geld haben wollen, wenn sie deren “Share”-Button auf ihrer Nachrichtenseite platzieren. Ein ambitioniertes Projekt.

2. Juli — Journalismus als Liste

Mein New-York-Trip nimmt Fahrt auf. Acht Medienunternehmen in 48 Stunden. Von Forbes über Buzzfeed bis zu Betaworks. Erste Erkenntnis: Der Journalist der Zukunft ist eine eierlegende Wollmilchsau. Multi-disziplinär. Im Idealfall Statistiker, Algorithmen-Analyst, Grafikdesigner, Fotoreporter, Investigativer, Geschichtenerzähler, Sprachvirtuose in einem. Sollten Sie wissen, wo man solche Leute findet, schreiben Sie mir an chefredakteur@rheinische-post.de.

Zweite Erkenntnis des Tages: Was Nachrichten sind, bestimmt der Leser. Das “Buzzfeed-Prinzip”. 130 Millionen Besucher klicken pro Monat auf die Internetseite, vier Mal so viele wie bei der „New York Times”. Buzzfeed ist ein virtueller Rummelplatz. Kirmes im Netz. Lustige Katzenbilder, Ratespiele und Schmunzellisten sind das Konzept. Buzzfeed zeichnet das Leben als Liste. „33 Dinge, woran Sie merken, dass Ihr Tier extrem enttäuscht von Ihnen ist” oder „29 Fehler, die du mindestens einmal im Leben machen wirst”, lauten die Artikel. 500 Mitarbeiter arbeiten für Buzzfeed, 200 davon sitzen im New Yorker Hauptquartier in bester Lage am Madison Square Garden. 50 Millionen Leser weltweit interessierten sich etwa für die Bilderstrecke „21 Bilder, die Ihren Glauben an die Menschlichkeit wiederherstellen.” Ist das Journalismus? Das können Sie im September selbst entscheiden. Dann geht die deutsche Fassung von Buzzfeed online.

3. Juli — Investigative Kompetenz

Tag drei unserer Tour d’Horizon durch die New Yorker Medienlandschaft. Die (Klickzahl-) Könige des seichten Online-Entertainments, Buzzfeed & Co., hinter uns, kehrt bei ProPublica der Glauben an den seriösen Journalismus zurück. Die mit Pulitzer-Preisen ausgezeichnete 45-köpfige Redaktion ist auf investigativen Journalismus spezialisiert. Skandale aufdecken, Missstände anprangern. Klassischer Journalismus. Kein Sex, kein Klatsch, keine Katzen. Und: Als gemeinnütziger Verein ist Pro Publica unabhängig von Werbe- und Anzeigenbudgets. Journalismus als Wohlfahrtsprojekt gewissermaßen. In Deutschland geht in diesen Tagen mit Correctiv ein ähnliches Projekt an den Start, finanziert durch die Brost-Stiftung. Was dahinter steckt, erklärt Mitgründer Daniel Drepper in unserem Interview. Im Wandel der Branche schauen viele auf die New York Times, die wohl renommierteste Zeitung der Welt. Die Zutaten für den Journalismus von morgen, der akkurat und ansprechend, multimedial und multidisziplinär, exklusiv und empathisch sein soll (und bitte stets wirtschaftlich), haben die Verantwortlichen der 163 Jahre alten Institution natürlich nicht. “Wir hinken alle der Entwicklung hinterher”, sagt selbstkritisch Arthur Gregg Sulzberger, Verlegersohn und jüngst für den Innovations-Report des Hauses verantwortlich. In dem Gespräch mit uns macht Sulzberger aber auch klar, dass Journalisten schnell umdenken müssen, die neuen Kommunikations- und Recherchetechniken offensiv annehmen sollten. Egal, auf welchem Kanal sie Informationen vertreiben. Übrigens: 800 000 Nutzer weltweit haben bereits ein Digital-Abo der New York Times.

4. Juli — Jarvis’ Standpauke

Die Reise nach New York endet mit einem Gewitter und einer Kopfwäsche. Blitze zucken über dem Deutschen Generalkonsulat am East River in Manhattan, als der US-Journalistik-Professor und Internet-Apologet Jeff Jarvis uns Versagen vorwirft. Die deutschen Medien bräuchten eine Umgebung der Innovation und desAufbruchs, sagt Jarvis. „Was existiert, ist Verzweiflung. Wenn die Verlage nicht allmählich die neuen digitalen Chancen ergreifen, wird es der Junge in der Garage für Euch erledigen“, ruft der Autor des Buches „Was würde Google tun?“ den versammelten Chefredakteuren zu. Jarvis’ Theorie: Das digitale Zeitalter bietet Chancen für Leser und Medienmacher. Allerdings müssten Journalisten „sozialer“ werden. Raus aus den Elfenbeintürmen namens Redaktion. Zuhören, neue Themen aufgreifen, in sozialen Netzwerken kommunizieren, Direktkanäle schaffen, eine loyale Leserschaft aufbauen. Das sei entscheidend. Ich kann dem Mann nur Recht geben. Wir Journalisten müssen nicht nur unsere Arbeitsweise, sondern gelegentlich auch unsere Einstellung hinterfragen. Selbstkritik kann innovativ sein. Auch deshalb schreibe ich diesen Newsletter. Ihre Meinung ist mir wichtig. Anregungen und Kritik bitte weiterhin gerne an: chefredakteur@rheinische-post.de

fiene & mag rot-grün den lfm-direktor nicht mehr? (update)

Vor ein paar Tagen habe ich etwas über die politischen Bestrebungen in NRW geschrieben, den Bürgerfunk früher auszustrahlen. Heute gibt es im Landtag die zweite Lesung des Gesetzentwurfes der Landesregierung zur Änderung des Landesmediengesetzes (siehe Tagesordnung) – zur zweiten Lesung gehört traditionell auch die Abstimmung. Es geht natürlich nicht nur um den Bürgerfunk, sondern um zahlreiche Veränderungen in unterschiedlichen medienpolitischen Bereichen hier in NRW. Dazu gehört auch, dass die Landesanstalt für Medien künftig z.T. für Telemedienangebote die Aufsicht trägt. Ich persönlich freue mich auch, dass besser geregelt wird, wie im lokalen Rundfunk die Zuständigkeit von Web-Angeboten zu sehen ist.

Aber zurück zum Bürgerfunk: Die Landesregierung will in ihrem Gesetzentwurf die Zeiten für den Bürgerfunk nicht verändernAllerdings gehe ich davon aus, dass sich der Bürgerfunk doch verschieben wird. So wollen SPD Und GRÜNE einen Änderungseintrag einbringen. Online habe ich den leider noch nicht gefunden, aber er liegt mir vor. Darin erfahren wir, dass der Bürgerfunk werktags künftig um 20 Uhr, statt um 21 Uhr gesendet werden soll. Damit kann ich persönlich leben. Bei Zeiten kann ich gerne berichten, wie die Hörer auf den 20-Uhr-Sendetermin reagiert haben.

Kurz vor knapp werden von den Fraktionen von SPD und GRÜNEN aber noch andere Änderungen eingebracht, die mich staunen lassen. Ich finde das
ausdrückliche Bekenntnis zur Netzneutralität angebracht und nachvollziehbar. Ein Punkt lässt mich aber ratlos zurück: Mag Rot-Grün in NRW den Direktor der Landesanstalt für Medien nicht mehr?

Explizit heißt es in einer Ergänzung: Der Direktor der Landesmedienanstalt soll die Befähigung zum Richteramt haben. Als Begründung wird angebracht, dass Landesmediengesetze in einigen anderen Bundesländern diese Anforderungen auch  vorsehen und die veränderten Aufgabenbereiche die Fähigkeiten eines Volljuristen erfordern. Ich habe mir direkt die Biografie vom aktuellen LfM-Direktor Jürgen Brautmeier angesehen: Er ist kein Volljurist, sondern Historiker. Im Herbst 2010 hat er sein Amt angetreten. Seine Amtszeit dauert sechs Jahre. Im übernächsten Jahr dürfte er, beim zu erwartenden Erfolg dieses Änderungsantrags, nicht wieder antreten.

Mich lässt solch ein weitreichender Änderungsantrag mit verschiedenen Fragen zurück: Warum wird in einem Gesetz die Anforderung an einen Direktorenposten neu geregelt, die der aktuelle Amtsinhaber nicht erfüllt? Warum fällt den Antragstellern erst ein Tag (Datum des Änderungsantrags) vor der zweiten Lesung im Parlament auf, dass auch einige andere Landesmedienanstalten nur Volljuristen als Direktor akzeptieren? Jetzt könnte man sich die Änderungen zur Besetzung der Medienkommission auch noch einmal näher anschauen und dann evaluieren, zu wessen Vor- und Nachteil dies ist. Aber schon die zuvor gestellten Fragen erzeugen bei mir einen faden Beigeschmack.

Update 03.07.: Mittlerweile ist der Änderungsantrag von SPD & Grüne im Netz verfügbar.

Außerdem hat Jürgen Brautmeier auf der LfM-Webseite eine Stellungsnahme veröffentlicht:

Mit dem neuen Gesetz werden entscheidende Weichenstellungen vorgenommen, die auch meine Position als Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen betreffen. Ich fühle mich vom Vertrauen meiner Gremien getragen und werde meine Arbeit unter dem bislang eingeschlagenen Kurs fortführen, in bester Tradition meiner Vorgänger Klaus Schütz und Prof. Dr. Norbert Schneider. Unabhängig von den jetzt getroffenen politischen Entscheidungen werde ich in meiner Eigenschaft als Direktor der Landesanstalt für Medien NRW und als Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) weiterhin für meine Vorstellungen von Staatsferne und Föderalismus kämpfen.

 

fiene & quo vadis bürgerfunk

Wenn ihr demnächst um 18 Uhr euer Radio einschaltet, gibt es keine Programme- und Nachrichten mehr aus eurer Stadt. Der Grund: Die NRW-Lokalradios sollen in der Zeit von 18-20 Uhr Platz für den Bürgerfunk machen. Zumindest ist das die Idee einiger NRW-Medienpolitiker. Vor allem die Grünen treiben die Idee nach vorne, wenn es derzeit um die Novellierung des Landesmediengesetzes geht. Darum soll es auch heute im Medienausschuss des Landtags um 11:30 Uhr gehen. (Hingergründe gibt es beim DJV NRW)

Was würde das für Antenne Düsseldorf bedeuten? Das kann ich nur aus meiner persönlichen Sicht schildern. So müsste für die von mir moderierte “Sendung mit dem Internet” ein neuer Sendeplatz gefunden werden. Sie läuft bisher montags 18 bis 20 Uhr. Das wäre aber das kleinste Problem, denn die Sendung hatte zu ihrem Sendestart auch einen späteren Sendeplatz. Viel stärker ins Gewicht fallen meiner Meinung nach der Wegfall der Lokalnachrichten, lokalen Verkehrsinfos und die Werbeflächen.

Die Bürgerfunker führen gerne an, dass in dieser Zeit sowieso kein lokales Programm gefahren wird. Das stimmt einfach nicht. Sie bräuchten nur einmal in Düsseldorf ihr Lokalradio einschalten. Natürlich gibt es bei den rund 45 Lokalradios auch Sender, die zu dieser Zeit nicht senden. Aber das hat immer etwas mit wirtschaftlicher Kraft des Senders und Bedürfnissen des Sendegebietes zu tun. In Düsseldorf leisten wir uns mit der “Sendung mit dem Internet” ein monothematisches Magazin, wie es im Privatfunk selten ist. Zudem gibt es seit Jahren bekannte Werbesendungen (wie die Sendung der Rheinbahn oder die der Düsseldorfer Wirtschaft), die zum finanziellen Erfolg des Senders beitragen. Zudem gibt es in den zwei Stunden noch Flächen für lokale Werbung sowie lokale Nachrichten und Verkehrsinfos.

Vor mehreren Jahren hat Antenne Düsseldorf die Lokalnachrichten ausgeweitet, sodass sie auch um 18:30 Uhr und 19:30 Uhr zu hören sind. Dies war enorm wichtig, um weg vom 90er-Jahre-Lokalradio-Image zu kommen und sich zum modernen Informationsmedium der Stadt zu verändern. Wie die Quotenentwicklung der letzten Jahre zeigt: Das hat sehr gut geklappt. Durch die Ausweitung können wir dem sich verändernden Nutzungsverhalten in der Großstadt gerecht werden. Es wird später in den Tag gestartet und länger gearbeitet. Entsprechend ist die zweite Rush-Hour, in der die Radionutzung extrem wichtig ist, nicht um 18 Uhr beendet, sondern dauert bis 20 Uhr an. Der Sender bietet von 06:30 bis 19:30 Uhr durchgehende lokale Nachrichten mit lokalen Wetter- und Verkehrsinhalten.

Künftig um 18 Uhr den lokalen Betrieb einstellen zu müssen, kommt für viele Lokalradios einer inhaltlichen und wirtschaftlichen Katastrophe gleich. Ganz ehrlich: Schon heute gibt es viele externe Faktoren, die den Betrieb von Medien herausfordern und belasten. Ich frage mich: Warum sollten wir uns jetzt noch selbstgemachte Probleme um den Hals binden (lassen)?

Das Problem des Bürgerfunks

Das Problem was ich vor allem habe: Das Team hat in den vergangenen Jahren wirklich seine Hausaufgaben und viele Gedanken gemacht, wie es den sich verändernden Bedürfnissen der Hörer gerecht wird. Dazu gehört in der weltweiten Informationsflut vor der Haustüre zu filtern und im Zusammenspiel mit dem Internet eine optimale Verbreitung der Inhalte zu ermöglichen.

Ich würde die Forderung des Bürgerfunks ernster nehmen, wenn ich Bestrebungen wahrnehmen würde, sich auch weiter zu entwickeln. Bürger die etwas zur Meinungsvielfalt in der öffentlichen Debatte beitragen wollen, habe ich in den letzten Jahren aber ausschließlich über das Netz wahrgenommen und nicht über den Bürgerfunk. Ich  empfinde sogar, dass sich der Bürgerfunk dem Internet konsequent verweigert. Dabei könnten die Macher durch einen geschickten Einsatz simpler Methoden eine viel stärkere Wirkung ihrer Inhalte erreichen.

Dabei bin ich selbst ein Kind der Bürgermedien. Ich habe als Schüler meine Kurs-Scheine beim Offenen-TV-Kanal in Münster gemacht. Ich bin total dankbar für die Einrichtung der Campusradios. Dort haben wir nicht nur viel über die journalistische Arbeit gelernt, sondern auch über die Verantwortung eigenverantwortlich eine Rundfunkfrequenz im Live-Modus zu betreiben. So war/ist diese Infrastruktur wichtig, damit sich zum Beispiel unser Medienmagazin “Was mit Medien” überhaupt etablieren konnte. Eine gewisse Verbreitung und Relevanz (Wahrnehmung in der öffentlichen Diskussion) haben wir aber erst über das Netz als Podcast erfahren.

Gerade spezialisierte Inhalte brauchen im modernen Medien-Alltag die Kombination mit dem Netz. Die Bürgerfunk-Formate sind inhaltlich sehr kleinteilig. Aus meiner Erfahrung im Kontakt mit unseren Hörern weiß ich, dass kleinteilige Inhalte zur besten Sendezeit keinen Sinn machen. Vor 20 Uhr werden ganz andere Inhalte erwartet.

Wir haben in NRW eine besondere Situation: Im Privatfunk wird hier noch richtiger Journalismus auch außerhalb der Weltnachrichten gemacht. Während in anderen Bundesländern fast ausschließlich Unterhaltungsredaktionen die kurzen Breaks zwischen der Musik planen, gibt es hier noch journalistische Inhalte von vor Ort. Hier hängen viele gute Arbeitsplätze dran. Den wirtschaftlichen Druck wegen den Wünschen der Bürgerfunk-Szene zu erhöhen, mehr gehört zu werden, kann ich schon alleine deswegen nicht verstehen, weil ich in den letzten Jahren keine Bestrebungen festgestellt habe, sich der neuen Medienwirklichkeit zu stellen. Auch Bürgerfunk muss moderner werden – und nicht dadurch, weil man sich mit Hilfe von Gesetzen in ein gemachtes Nest setzt.

Ach übrigens: Die Facebook-Seite “Zukunft Bürgerfunk” hat über die letzten Jahre ganze 91 Leute gefunden, die auf gefällt mir gedrückt haben.

fiene & whatsapp

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal WhatsApp verteidigen muss, aber ich habe einen Lesetipp für euch: Das Märchen von WhatsApp und dem Verkauf unserer Bilder. Um wieder Karma-Punkte gut zu machen, werde ich in Kürze aber auch einen ausführlichen Threema-Artikel schreiben. Sicher ist sicher.

fiene & digitales quartett goes interactive cologne

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In Berlin haben wir es schon getan. In Texas auch. Jetzt ist Köln an der Reihe: Unser Digitales Quartett geht auf die Bühne! In dieser Woche findet das Interactive Cologne Festival statt und wir sind mit dabei. Wir holen wie bei der re:publica oder der SXSW unsere kleine meist-wöchentliche  YouTube-Talkshow in die Kohlenstoffwelt und bringen euch spannende Köpfe der Kreativszene näher.

Von  uns Gastgebern werden Franziska Bluhm und ich durch das Quartett führen. Da Ulrike kurzfristig ausgefallen ist, haben wir einen tollen Gäste-Gastgeber: Johnny Haeusler von Spreeblick.com wird mit durch das Digitale Quartett führen.

Ihr habt wieder die Gelegenheit Papiertweets zu schreiben und uns bei unseren Blind-Date-Interviews zu unterstützen. Franzi, Johnny und ich haben einen Blind-Date-Interviewgast, der jeweils von einem der anderen Gastgeber erraten werden muß. Es folgt ein kurzes Blind-Date-Interview

Wo? Interactive Cologne, Donnerstag, 12 Uhr, Main Stage.

Nicht vor Ort? Über Zuschau- und OnDemand-Abrufe werde ich euch noch informieren. Folgt dem Twitter-Account  @interactive_cgn und dem Hashtag #Interactivecgn für Tweets vom Festival!

fiene & die nummer 38

Ich bin Nummer 38. Weil ich ein Freund des Ausprobierens bin. Ich habe in dieser Aktion keine Aktien. Trotzdem möchte ich dich bitten, die Krautreporter-Aktion zu unterstützen.

25 freie Journalisten suchen innerhalb von vier Wochen 15.000 Menschen, die 60 Euro bezahlen. Mit dem Geld soll auf Krautreporter.de ein neues Online-Magazin starten. Jeden Tag soll es hochwertige Autoren-Texte geben. Mit dabei sind Stefan Niggemeier, Jens Weinreich, Richard Gutjahr und viele andere, die schon bewiesen haben, dass sie solch ein Versprechen halten können.

Auch wenn du nichts mit Medien machst, sind die Krautreporter etwas für dich. Wenn du dir die Mühe machst und die Arbeiten der Journalisten genauer anschaust, kannst du das Ergebnis nur erahnen. Wie phantastisch wird es, wenn diese Arbeiten an einem Ort stattfinden. Leider erklären die Krautreporter nicht so gut, wie das Magazin konkret aussehen wird, wenn es fertig ist. Sie sprechen mit ihrer Kampagne bisher stärker die Bedürfnisse der Medienmacher an, als des normalen Bürgers. Was die Netzgemeinde ständig falsch macht, machen die Krautreporter auch nicht besser.

Screenshot 2014-05-19 11.01.35Am Donnerstag war Mit-Gründer Sebastian Esser bei uns in “Was mit Medien” auf DRadioWissen. Er hat viele Fragen rund um das Projekt beantwortet. Die Sendung “Wir sind die Kraut” kannst du hier nachhören.

Die Diskussion um die Krautreporter hat im Netz eine interessante Eigendynamik bekommen. Es gibt berechtigte Fragen, aber auch überraschende Meta-Diskussionen. Einige fühlen sich davon abgeschreckt.

Morgen ist die erste Woche der Krautreporter schon um. Bisher haben 4136 Menschen 60 Euro investiert. Das ist zu wenig. Wie können wir als Gesellschaft ernsthaft ständig darüber diskutieren, wie Journalismus in Zukunft aussehen und sich finanzieren soll, aber selbst nicht an vorderster Stelle dabei sein, wenn ein konkretes Projekt um Unterstützung bittet?

Dieser Widerspruch wurmt mich. Gründe die Krautreporter nicht zu unterstützen, lassen sich bisher auf persönliche Eitelkeiten reduzieren.

Ich bin Nummer 38. Welche Nummer bist du?

fiene & eine freie crossmedia-praktikums-stelle

Das ist keine schöne Überraschung: Mega-Kurzfristig hat eine Praktikantin für ihre Crossmedia-Stelle abgesagt. Ziemlich kurzfristig – aber immerhin hat sie abgesagt. Deswegen suche ich jetzt nach einer Alternative. Habt ihr Interesse an einem spannenden sechswöchigen Crossmedia-Praktikum, welches euch die Themen Online-Redaktion und Hörfunk-Journalismus näher bringt? Ich habe auch in den nächsten Wochen einiges bei uns an der Homepage vor und könnte für die Projektarbeit gut Unterstützung gebrauchen. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich, mir ist gutes Schreiben und redaktionelles Gespür wichtiger. Der Zeitraum: ab sofort bis zum  13.06.2014. Fragen beantworte ich gerne persönlich. Infos gibt es auch auf der Antenne-Homepage. Falls ihr euch generell auch für einen späteren Zeitpunkt interessiert, könnt ihr euch auch gerne bei mir melden. Hier und da sind noch einige Zeiträume frei. Wenn ihr jemanden kennt, der sich für das Praktikum begeistern könnte, leitet es gerne weiter.

fiene & was ist dein re-publica tipp? #rp14

Noch vier Mal schlafen, dann ist re-publica! Herr Pähler und ich wollen deswegen morgen (Samstag) unsere Hörer bei DRadioWissen auf die beste deutsche Netzkonferenz einstimmen. Bist du auch da? Hast du auch eine Veranstaltung? Willst du dafür Werbung machen? Oder für einen anderen Geheimtipp, den du im Programm entdeckt hast? Sprich uns doch bitte auf unseren Anrufbeantworter.

So geht’s:

  • Ruf uns unter der 0211 98 39 39 50 oder unter dem Skype-Namen onlinetalkwissen an.
  • Stell dich kurz vor.
  • Erzähle kurz von deinem re-publica-Programmtipp (deine eigene Session, oder eine fremde Session).
  • Oder du erzählst deinen Tipp, was man über die re-publica wissen muss (was trage ich, was trinke ich, wo feiere ich, wo lerne ich).
  • Keine Sorge: Versprecher schneiden wir!
  • Danke :-)

Am Samstag hört ihr somit nicht nur die Tipps von Herrn Pähler und mir, sondern auch von euch!

Auf geht’s:

 

P.S.: Kennt ihr Leute, die eine Session auf der re-publica halten? Leitet diese Info doch gerne weiter.